Ideen reichen vom Skaterpark bis zur Hundewiese

Beim Spaziergang über die Zechenbrache ließen sich die Anwohner auch durch den Regen nicht abschrecken.
Beim Spaziergang über die Zechenbrache ließen sich die Anwohner auch durch den Regen nicht abschrecken.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Fünf Planungsteams sind damit beschäftigt, machbare Ideen für eine neue Nutzungs der Bergbaubrache Zeche Westerholt zu entwickeln. Dabei werden sie unterstützt von Anwohnern aus Hassel, Westerholt und Bertlich, die sich in den Planungsprozess einbringen.

Gelsenkirchen-Hassel/Westerholt..  Erste Ideen für die zukünftige Nutzung des Zechengeländes kamen auf, da wurde auf dem Bergwerk Westerholt noch Kohle gefördert. Jetzt, fünf Jahre nach der Stilllegung, sind Anwohner aus Hassel, Westerholt und Bertlich dazu aufgerufen, eigene Vorstellungen in den Umgestaltungsprozess einzubringen. Doch auch sie mussten Geduld mitbringen, als am Dienstagabend in der Martin-Luther-Schule der Startschuss fiel für den öffentlichen Teil einer Arena-Veranstaltung. Fast zwei Stunden mussten sie warten, bis sie endlich ihre Vorschläge zu Papier und den Vertretern der fünf Planungsbüros ins Gespräch kommen konnten.

Wie groß das Interesse ist, an der Umgestaltung des Geländes mitzuwirken, zeigte sich schon am Montagnachmittag, als sich knapp 100 Männer und Frauen an der Egon-straße eingefunden hatten, um bei einem Spaziergang über die Bergbaubrache den grauen Fleck auf den Stadtplänen von Gelsenkirchen und Herten näher zu erkunden. Viele von ihnen waren ausgestattet mit Kameras, Objektiven und Stativen.

Bevor sich die Experten-Teams aus Architekten, Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Immobilienfachleuten in dieser Woche an die Arbeit machen, zeigte Mervin (11), Schüler der Martin-Luther-Schule, in einem Stegreif-Vortrag ganz ohne Handzettel und Laserpointer auf, wie die Zukunft für die „neue Zeche Westerholt“ aussehen könnte: „Hier könnten alternative Energien entwickelt oder Möglichkeiten vorgestellt werden, wie man den Hunger in der Welt bekämpfen kann.“

Schwimmbad und Jugendzentrum

Und für Bildung sollte Platz geschaffen, vielleicht auch ein Schwimmbad und ein Jugendzentrum gebaut werden. Damit kam er den Vorschlägen, die die Erwachsenen zu vorgerückter Stunde dann zu Papier bringen konnten, schon ziemlich nahe. Skaterpark, Hundeauslaufwiese, Indoor-Kletterpark oder Fuß-und Radweg, der über die Gleise in Richtung Baut führen soll, schrieben sie als Vorschläge auf rote Fähnchen und markierten damit Punkte auf einem Luftbild des Geländes.

Ob und wie diese Ideen nun Eingang finden in die Arbeit der Planungsteams, muss sich in den nächsten Tagen zeigen. Stadtentwickler Professor Kunibert Wachten, skizzierte die Rahmenbedingungen: „Nutzungsschwerpunkte für die neue Zeche Westerholt sollten Bildung und Energie sein.“ Die in dem jetzt angelaufenen Prozess zu entwickelnden Projekte müssen zudem wirtschaftlich tragfähig, kurzfristig umsetzbar und zukunftsfähig sein.

Unter Denkmalschutz

Kein leichtes Unterfangen, wenn dabei auch noch historische Zechenimmobilien erhalten werden sollen. Wachten: „Hier stehen 22 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in erhaltenswerten Gebäuden zur Verfügung.“ Zum Beispiel im Förderturm oder im Wagenumlauf. Erschwerend kommt für die Planer hinzu, dass die Zeitzeugen unter Denkmalschutz stehen und auch noch mit Maschinen bestückt sind.