„Ich muss den Wandel selber wagen“

Propst Markus Pottbäcker hat keine Berührungsängste. Wenn er am Ambo steht, dann kann aus der Predigt schon mal eine Büttenrede werden, wie 2013 in St. Josef im Essener Stadtteil Steele-Horst:

„Stets sonntags, liebe Christenschar, / da seid Ihr tapfer immer da! / So manches Mal, ich darf’s bekennen, / muss ich da auch viel Mut erkennen. / (…) All die Skandale und auch Klagen, / die müssten Euch doch sehr verzagen. / Es ist doch manchmal einfach schlimm, / was in der Kirche steckt so drin! / Da sei es Horst (in Essen, d. Red.), da sei es Rom, / an Ruhr oder am Tiber-strom.

Verlogenheit und Heuchelei, / liegt auf der Kirche oft wie Blei. / (…) So stünd’s der Kirche ganz gut an, / würd’ sie sich orientieren dran, / und lieber sein so wie ein Stall, / statt aufzutreten überall, / als wäre man Graf Rotz, / in peinlich schlimmem Protz! (…) Doch (…) ich muss den Wandel selber wagen, / ich muss beginnen mich zu ändern, / soll sich was tun, nicht nur an Rändern. (…) Lasst endlich uns danach nicht streben, / dass wir von anderen uns abheben, / lasst unser Ziel und Hoffnung sein, / dass in den Himmel kommen rein, / all jene, die wir lieben, schätzen, / auch jene, die uns oft vergrätzen.“