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Strukturwandel

Hugo zeigt seine grüne Seite

17.02.2016 | 10:10 Uhr
Hugo zeigt seine grüne Seite
Etwa 22 Hektar groß ist das Gelände rund um den Hugo-Schacht 2. Knapp die Hälfte davon ist für den Biomassepark reserviert, dessen erster Teilabschnitt am 25. Juni eröffnet wird.Foto: Hans Blossey

Gelsenkirchen-Buer.  Rund 300 000 Kubikmeter Boden aus dem Emscherumbau wurden zum Schacht 2 gebracht. Dort eröffnet Ende Juni der erste Teil des Biomasseparks.

Hugo zeigt sich von seiner grünen Seite: Rund 300 000 Kubikmeter Erde sind in den vergangenen Monaten auf das Areal der ehemaligen Schachtanlage gebracht worden. Damit ist der Boden bereitet worden für den Biomassepark , der am 25. Juni offiziell eröffnet wird.

Zwischen Förderturm und Rungenberghalde in der Mitte und weiter westlich in Richtung Devese-straße entstehen in den kommenden Monaten zwei Flächen, etwa zehn Hektar groß, auf denen schnell wachsende Gehölze wie Weiden und Pappeln angebaut und anschließend abschnittweise geerntet werden. Etwa sieben Jahre haben sie Zeit zum Heranwachsen, dann werden sie gehäckselt, zu so genannten Hackschnitzeln weiterverarbeitet, um in Heizanlagen verfeuert zu werden. So entsteht, klimaneutral, Energie. Im besten Fall sogar vor Ort. Reinhart Hassel, Leiter des benachbarten Regionalforstamtes: „Ich habe die Vision von einer Hackschnitzelheizanlage, die das Forstamt und benachbarte Einrichtungen versorgt.“

Der zukünftige Biomassepark spielt aber auch in größeren Zusammenhängen eine Rolle. Er ist nicht nur Teil des Regionalen Grünzugs C, wie Stadtbaurat Martin Harter betonte, sondern gleichzeitig auch Forschungsobjekt. Renate Späth vom Landesumweltministerium spricht sogar von einem Landschaftslabor: „Wir wollen auf einer strukturierten Plantage Biomasse erzeugen und nachhaltige Landschaftsentwicklung betreiben.“ Und das auch noch beispielhaft. Begleitet vom Geographischen Institut der Ruhruniversität soll untersucht werden, wie ein Biomassepark auf einem stillgelegten Bergbaustandort technisch, forst- und betriebswirtschaftlich betrieben werden kann. Zudem erhofft man sich Erkenntnisse darüber, wie ein Biomassepark eines Tages in einem größeren Umfang an anderen Standorten im Ruhrgebiet angelegt werden kann.

Drei Meter hohe Bodenschicht

Zunächst war es aber erforderlich, das Gelände mit einer bis zu drei Meter Erdschicht aufzuschütten. Der Boden dazu stammt aus dem Emscherumbau. „Jetzt werden rund 82 000 Pflanzen benötigt“, ergänzt Hermann Timmerhaus von RAG Montan Immobilien. Der Umgestaltungsprozess hat sich bis ins Ausland herumgesprochen. Renate Späth: „Wir haben Anfragen von Fachleuten aus Italien und England, die daran interessiert sind zu erfahren, wie so ein Biomassepark funktioniert.“

Außerschulische Lernorte

Der Park wird aber auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen können dort Lernorte erobern. Damit sind sechs Container gemeint, die entlang der Wege einen Infopfad bilden. Dort können Kinder und Jugendliche unter fachlicher Begleitung Beete anlegen, Weidenlabyrinthe anlegen, mit Holz arbeiten und auf diese Weise die Natur hautnah erleben.

Wolfgang Laufs

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2016-02-17 10:10
Gelsenkirchen-Buer