Horster Obstwiese bleibt ein Traum

Besonders der „Erziehungsschnitt“ von Obstbäumen im Winter ist von Laien kaum zu bewältigen, so ein Fachmann der unteren Landschaftsbehörde.
Besonders der „Erziehungsschnitt“ von Obstbäumen im Winter ist von Laien kaum zu bewältigen, so ein Fachmann der unteren Landschaftsbehörde.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine Streuobstwiese für Horst als Ersatz für vom Sturm zerstörte Pappeln: Diese Idee begeisterte die Bezirksvertretung West. Ausführlich debattierte sie den Vorschlag von Tomas Grohé (Die Linke) – bis Gelsendienste sie stoppte.

Gelsenkirchen-Horst..  Die Spuren von Pfingststurm Ela, sie sind immer noch unübersehbar östlich des Goldfplatzes in Horst: „Ziemlich zerfetzt“ wirke die einst hohe Pappelreihe, befand Tomas Grohé, Bezirksverordneter der Linken – und regte jetzt in der Bezirksvertretung West an, aus der Not eine Tugend zu machen. So könnten die ohnehin überalterten und brüchigen Pappeln durch Streuobstbäume und -büsche ersetzt werden.

Das Areal mit dem „Chaos in einem Teil des Schlossparks“ biete sich geradezu an für eine langgezogene Wiese mit verschiedenen Obstbäumen und -büschen, warb Grohé für eine neue „gepflegte Allee“ unter dem Stichwort „essbare Stadt“. Für unterschiedlichste Initiativen und Gruppen, „die sich allgemein mit Natur in der Stadt und im Besonderen mit alten Obstsorten und Urban Gardening beschäftigen“, könnte die Fläche „ein hervorragender Lernort werden“. Kindertagesstätten und Schulen könnten sie etwa über Pflanz- und Pflegepatenschaften als „grünes Klassenzimmer“ erleben (Grohé: „Gehölzpflege als Lernstoff“).

„Standort ungeeignet“

Grundsätzlich konnten sich auch die Kommunalpolitiker von CDU und SPD dafür begeistern. Allein der Standort bereitete ihnen doch arges Kopfzerbrechen: „Das Areal ist für Kitas und Schulen zu weit weg vom Schuss. Vielleicht wäre das Buga-Gelände dafür geeigneter“, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Gerlach. Sein Amtskollege von der CDU, Franz-Josef Berghorn, war derweil skeptisch, ob Obstbäume mit dem als Waldgebiet ausgewiesenen Bereich „kompatibel“ seien. „Es ist auch fraglich, ob Gelsendienste dort überhaupt eine Folgepflanzung vorgesehen hat und für die Folgekosten der Obstbaumpflege aufkommen würde.“

„Besser auf den Wegen bleiben“

Damit traf er den Nagel auf den Kopf: Wie Christoph Prinz von Gelsendienste argumentierte, seien „so viel Nachpflanzungen dort nicht nötig“, weil die Natur sich den Bereich nach Fällung der beschädigten Pappeln zurückerobern werde. Ohnehin reiche der Abstand zu den jüngst gepflanzten Spitzahörnern nicht aus, die als Grünkante zum BP-Werk geplant waren – die Obstbäume würden in der Enge nicht gedeihen. „Die aufwendigen Baumschnitte könnte Gelsendienste auch nicht leisten.“ Denkbar seien lediglich etwa Schlehenhecken, die dort aber bereits wüchsen.

Auch Georg Nesselhauf von der unteren Landschaftsbehörde plädierte dafür, das Areal nach der Fällung der Pappeln „erst mal so zu lassen“. Die Sorge der Politik, die Standsicherheit der gerupften Bäume sei gefährdet, konnte Prinz von Gelsendienste zerstreuen: „Die hochgefährlichen Pappeln sind bereits gefällt. Wenn die Spaziergänger auf den Wegen bleiben, kann nichts passieren.“

Wann die übrigen Bäume gefällt werden, stehe noch nicht ganz fest angesichts der vielen Arbeitsaufträge, die Gelsendienste nach Ela noch abzuarbeiten habe. „Wenn es noch im Frühjahr passiert, haben wir Glück“, so Prinz.