Horst: Stadt will Verkehrsknäuel entwirren

Unfallhäufungsstelle: die Kreuzung Turfstraße/Essener Straße/Johannastraße. Ein Maßnahmenbündel soll sie entschärfen helfen.
Unfallhäufungsstelle: die Kreuzung Turfstraße/Essener Straße/Johannastraße. Ein Maßnahmenbündel soll sie entschärfen helfen.
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Was wir bereits wissen
Durch Horst zu fahren, heißt Geduld zu lernen: Das gilt jedenfalls für die, die sich hinauswagen in den Bereich Turf-/Schmalhorst-straße als Auto-, Radfahrer oder Fußgänger. Ein Maßnahmenpaket soll nun Abhilfe schaffen.

Gelsenkirchen-Horst..  Durch Horst zu fahren, heißt Geduld zu lernen: Das gilt jedenfalls für die, die sich hinauswagen in den Bereich Turf-/Schmalhorst-straße als Auto-, Radfahrer oder Fußgänger. Bürger sowie Politiker der Bezirksvertretung West klagen seit Jahren darüber. Jetzt aber soll die Verkehrssituation spürbar entkrampft werden. Jedenfalls etwas, wie die Verwaltung bei der Vorstellung von Maßnahmen in Aussicht stellte, die auf einer verkehrstechnischen Analyse des Streckenabschnitts basieren. Das Gremium votierte einstimmig dafür.

„Endlich“, begrüßte nicht nur SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Gerlach das 270 000-Euro-Projekt, auch CDU-Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Berghorn zeigte sich befriedigt: „Es war ja ein langer Kampf! Die Verwaltung hat die Probleme jahrelang ignoriert!“

Versatzzeit-Steuerung

Konkret soll eine Versatzzeit-Steuerung für den Individualverkehr zwischen den Ampelanlagen Turfstraße/Buerer Straße einerseits und Turfstraße/Essener Straße – Johannastraße andererseits eingerichtet werden.

Dabei soll der Grünstart der ersten Lichtsignalanlage auf das Grün-Ende der zweiten sichergestellt werden. Eine solche Versatzzeit-Steuerung ist darüber hinaus auch zwischen dem Linksabbieger der Nebenrichtung an der Ampel Turfstraße/Schmalhorstraße/An der Rennbahn und der Signalanlage Schmalhorststraße/Industriestraße in südlicher Richtung vorgesehen.

„Wunder sollten Sie nicht erwarten“

Vor zu viel Optimismus warnte Tomas Grohé (Linke): „Das ist nur ein Hoffnungsschimmer, weil die Regeltechnik so kompliziert ist“, meinte er vor allem in Hinblick auf die geplante progressive Fußgängersignalisierung. So soll geprüft werden, ob die einzelnen Signale unterschiedlich Grün und Rot zeigen können. Das Signal für Fußgänger auf der Mittelinsel wäre zuerst Rot, das hintere Signal aber weiterhin Grün, so dass Passanten auch die zweite Furt überqueren können. Obwohl die Grünzeiten der einzelnen Teilabschnitte für Fußgänger verkürzt werden, soll das Queren der gesamten Fahrbahn weiterhin möglich sein.

Sieben Apeln betroffen

Nicht zuletzt ist geplant, die Anmeldungen der Straßenbahnen und Busse in den Haltestellenbereichen zu überarbeiten. Die Freigabe soll nur bei wirklichem Bedarf erfolgen. Insgesamt sind sieben Ampelanlagen von der Maßnahme betroffen.

Auch Anh Quan Nguyen, stellvertretender Teamleiter aus dem städtischen Referat Verkehr, versuchte sich im Tiefstapeln: „Wunder sollten Sie lieber nicht erwarten, weil in dem Bereich so viele Buslinien fahren und der Verkehr so stark ist.“