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Gastronomie

Höheres Niveau für die Markthalle

20.06.2012 | 09:29 Uhr
Höheres Niveau für die Markthalle
Beklagt disziplinloses Verhalten jüngerer Party-Gäste: Rüdiger Müller, Manager der buerschen Markthalle. Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen-Buer. Sie steht da wie immer, die buersche Markthalle. Und viel geändert hat sich auch (noch) nicht, seitdem der Bochumer „Tarm-Center“-Gründer Rüdiger Müller vor rund einem Jahr das zentrale Management des kränkelnden Gastronomie- und Event-Tempels übernommen hat: Mau sind die Besucherzahlen unter der Woche, verwaist der neue Bereich „Buer-Carree“ seiner Frau Kerstin. „Interne Probleme“ macht Müller dafür verantwortlich. Zum 1. August will er aber durchstarten – mit einem Rauchverbot in der gesamten Halle, neuen Veranstaltungsformaten und einer gehoben(er)en Gastronomie, um derentwillen die Eigentümer-Gesellschaft Intecta gar den Auszug der Shisha-Bar betreibe.

Dass Entertainment und Gastronomie die einzige Chance seien, dem einstigen Szene-Treff wieder zum Erfolg zu verhelfen, hatte Müller bereits bei seinem Dienstantritt 2011 verkündet. Die damalige Botschaft, alle sollten sich als Teil eines Teams und nicht als Gegenspieler begreifen, kam aber offenbar nicht sofort überall an: „Es hat fast ein Jahr gedauert, Mieter und Intecta-Gesellschafter zu überzeugen, dass die Gastronomie nur mit einem höheren Niveau funktionieren kann“, sagt er in Bezug auf Qualität und Preisgestaltung der Speisen sowie Veranstaltungen und Gästen. „Eine Shisha-Bar und deren spezielles Publikum gehören nicht in diese Location“, so der 63-Jährige.

So gebe es immer wieder Streitereien und Vandalismus, weil die oft jüngeren Besucher Hochprozentiges in Verbindung mit Wasserpfeife nicht vertrügen und im WC ein „Chaos“ anrichteten. Sprich: Exkremente an die Wände schmierten und Toiletten demolierten. „Das vertreibt Besucher“, so Müller, der das geplante Rauchverbot ab 1. August auch vor diesem Hintergrund als Chance sieht.

Neuer Gastronomie-Mix geplant

Die Intecta stehe nun in Verhandlungen mit dem Betreiber der Shisha-Bar, Ashlihan Öztekin, um ihm vor Ende des noch „einige Jahre“ laufenden Pachtvertrags einen Alternativstandort in der Stadt anzubieten, „auch wenn wir den Inhaber als Person sehr schätzen“. Öztekin war trotz mehrerer Versuche für die WAZ nicht erreichbar.

Aber auch unabhängig davon weht der Wind Richtung Veränderung: Gatenbröcker im Erdgeschoss habe, so Müller, nach Ablauf des Pachtvertrags in eineinhalb Jahren kein Interesse an einer Verlängerung, die Tage des Café-Restaurants „La dolce vita“ im Obergeschoss seien ebenfalls gezählt. Für dieses Lokal gebe es bereits einen Interessenten, der dort ein Thai-Restaurant mit Sushi-Bar einrichten wolle.

In Sachen französisches Bistro „Jerome’s“ im Erdgeschoss hofft Müller auf einen Neustart durch ein noch zu findendes, „engagiertes, junges Betreiberpaar“, dem die Intecta auch finanziell entgegenkommen könne, oder durch einen Investor – das Lokal ist „wegen Krankheit des Pächters“ seit Wochen geschlossen. „Ziel ist es jedenfalls, die Gastronomien aufeinander abzustimmen. Italiener, Franzose, Steakhouse, Asiate, Eiscafé mit Cocktailbar, dazu das Caffè Milano: alles soll sich ergänzen“, so seine Zukunftsvision.

Mehr Publikum will Müller nicht zuletzt durch Veranstaltungsformate im Stil der Musik- und Licht-Show „Gentlemen Dee and Friends“ vom 1. Juni locken. Mal als Musicalnight, mal als Varieté, mal als Comedy oder Disko daherkommend, sollen Unterhaltungsabende die Markthalle füllen. Gegen Eintritt, versteht sich. „Donnerstags präsentieren wir die kostenlose Generalprobe, freitags oder samstags die eigentliche 22-Uhr-Veranstaltung. Wer gegen 19 Uhr etwa zum Essen ins Mezzomar kommt, spart sich den Eintritt, der ab 20 Uhr bei Betreten der Markthalle fällig wird.“

Von Christiane Rautenberg



Kommentare
25.06.2012
10:26
Höheres Niveau für die Markthalle
von oisinkelly | #5

Wir die Wirte und Restaurantbetreiber,halten seid Jahren das Niveau in Buer hoch,kann es sein, das Herr Müller glaubt, wir wären alles Ländler, die keine Ahnung haben.Wenn wir(ich spreche hoffentlich für alle Kollegen)die Kneipen schließen,ist Buer dunkel.Im übrigen...im Tarmzenter waren die Toiletten auch nicht immer zum lecken sauber.

21.06.2012
21:13
Höheres Niveau für die Markthalle
von mrsaposi | #4

Ich würd mal sagen, mal flott her mit nem jüngeren Management .

Ziemlich frech sowas zu behaupten... Ist sowas denn wirklich passiert oder wird sich das nur aus der Nase gezogen um unliebsame Mieter loszuwerden.

Finde es unheimlich frech , für die Toilettennutzung als Laufkundschaft noch zahlen zu müssen... Für mich ein Grund mehr das ich die Markthalle meide...

Man man die war mal unser Aushängeschild, was wurden da für Feten abgehalten...
Und nu dümpelt die da nur rum .

21.06.2012
17:05
Ruhig Blut
von Pottler | #3

Bald gilt das allgemeine Rauchverbot in der Gastronomie und dann ist es wurscht, ob da Pfeiffen geraucht werden oder sitzen.
Aber stimmt: einladend ist die Halle nicht. Mezzomar raus, Ottmanns raus und nen Starbucks rein, dann läuft dat.

Huhu, haha.

21.06.2012
00:32
Höheres Niveau für die Markthalle
von Bismarcker | #2

Unfassbar!!! Kann Babapapa nur zustimmen. Die Unterstellungen sind mehr als unterschwellig. Gibts Beweise für die Verdächtigungen im Artikel??? Fäkalien an Wände etc.... Was soll das? Das Ottomans ist so ziemlich der einzige Laden der in der Halle da läuft. Auf diese Weise sollen die Besitzer und deren Gäste rausgeekelt werden? Krass, dass sich die WAZ für so eine Kampagne hergibt. Ich werde mich in der Markthalle so schnell nicht mehr blicken lassen. Aber ich bin da wohl auch nicht so die Zielgruppe...

20.06.2012
13:51
Rassismus
von Babapapa | #1

Unglaublich diese geschäftsschädigende Profilierung auf Kosten der anderen Mieter der Markthalle! Die unterschwelligen Unterstellungen gegenüber der Gäste von Ottomans sind meiner Meinung nach purer Rassismus!

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