Hilfe bei Demenz und Behinderung

Die Erfahrungen aus der Altenhilfe flossen in das Caritas-Projekt „Demenz und geistige Behinderung“ ein.
Die Erfahrungen aus der Altenhilfe flossen in das Caritas-Projekt „Demenz und geistige Behinderung“ ein.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Beckhausen..  Gemeinsam einen Spiele- oder Musiknachmittag zu erleben, ein Museum zu besuchen, Geschichten zu erzählen und damit Biografiearbeit zu leisten oder einfach nur mit dem Besuchshund zu spielen: Diese Art von Beschäftigung gehört in Senioreneinrichtungen längst zum Alltag. Ganz anders dagegen sieht es in der Betreuung von geistig eingeschränkten Menschen ein, die zudem auch noch an einer demenziellen Veränderung leiden. Wie die Behinderten- von der Altenhilfe profitieren kann, hat in den vergangenen drei Jahren das Caritas-Projekt „Demenz und geistige Behinderung“ aufgezeigt. Mit einem Begegnungsnachmittag bei Musik, Tanz, Kaffee und Kuchen ging es jetzt auf Hof Holz zu Ende.

„Das war’s“, fasst Projektleiterin Marita Ingenfeld die Arbeit seit 2012 zusammen. Rund 90 ältere Männer und Frauen, die in den Werkstätten an der Braukämper-straße arbeiten oder im Haus St. Rafael, der Lebenswelt Gabriel oder dem Gladbecker Wohnheim St. Suitbert leben, nahmen an den 23 Angeboten der unterschiedlichsten Art teil. Dabei ging es nicht nur, wie beim Musik-Memory zum Beispiel, um Spaß und Unterhaltung. Marita Ingenfeld: „Wir haben den Gebrauch eines Rollators erläutert und in einfache Sprache übersetzt, was es bedeutet, an Demenz zu erkranken.“

Für Projektkoordinatorin Anke Wiedemann war wichtig, dass „die Interessen der unterschiedlichen Zielgruppen aus Werkstatt, Tagesstätte und Wohnheim“ bei den verschiedenen Angeboten berücksichtigt wurden. Und ihre Kollegin Nicole von Rüden freut sich, dass der Anstoß des Caritas-Projektes von den Einrichtungen aufgegriffen und in der täglichen Arbeit auch umgesetzt wird. Denn „Demenz und geistige Behinderung“ hat sein endgültiges Ende gefunden. Die Aktion Mensch würde es zwar gerne fortsetzen, aber dem Bistum fehlt nach der angekündigten Mittelkürzung das Geld, um den Eigenanteil in Höhe von rund 14 000 Euro pro Jahr zu finanzieren, so Marita Ingenfeld.

Eng vernetzte Einrichtungen

Damit auch andere Einrichtungen von den Erfahrungen der vergangenen drei Jahre profitieren, hat das Team um Marita Ingenfeld eine Arbeitshandreichung zusammengefasst, die für die Mitarbeiter der Behindertenhilfe bestimmt ist. Für Nicole von Rüden ist aber genau so wichtig: „Die Einrichtungen sind enger vernetzt, machen wechselseitige Angebote. Und es sind Freundschaften entstanden.“