Hertener Politiker sagen Ja zum S-9-Ausbau

Kommt die neue S-9-Verbindung über Herten, muss der Bahnsteig Buer Nord ausgebaut werden.
Kommt die neue S-9-Verbindung über Herten, muss der Bahnsteig Buer Nord ausgebaut werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der neue Abschnitt der Linie S 9 würde von Recklinghausen über Herten und Westerholt nach Buer-Nord, Gladbeck, Bottrop, Essen und Wuppertal führen. Neue Haltestelle in Herten soll an die Gartenstraße. In Westerholt ist die Lage noch unklar. Und in Buer muss der Bahnsteig erweitert werden

Der Ratsausschuss für Stadtentwicklung in Herten gab grünes Licht für einen S-Bahn-Anschluss. Einstimmig beschlossen die Politiker, dass die Stadtverwaltung in enger Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf eine optimale, möglichst kostengünstige Umsetzung hinwirken soll.

Stadtplaner Ralf Terpoorten: „Wir können, was zum Beispiel die künftigen Haltepunkte betrifft, nur anregen und einfordern.“ Verantwortlich sind der VRR und die Bahn-Tochter DB Netz. Wie berichtet, soll spätestens 2020 die „Hertener Bahn“ reaktiviert werden.

1983 wurde die Strecke eingestellt

Der neue Abschnitt der Linie S 9 würde von Recklinghausen über Herten und Westerholt nach Buer-Nord, Gladbeck, Bottrop, Essen und Wuppertal führen. 1983 wurde auf diesem Abschnitt der Personenverkehr eingestellt. Die Gleise sind noch vorhanden, aber die Bahnhöfe gehören privaten Eigentümern. Es müssen neue Haltepunkte her.

Über deren ideale Lage herrschen in der Politik unterschiedliche Meinungen. Was den Haltepunkt Herten-Mitte betrifft, besteht in der Politik indes weitgehend Einigkeit. Er soll an die Ecke Feld-/ Gartenstraße, möglichst in Kombination mit dem Neubau der schmalen Brücke.

Vestische verliert Fahrgäste

Zu beachten sind auch, dass die Vestische durch die neue S-Bahn-Linie Fahrgäste verlieren wird. Den finanziellen Verlust müssten der Kreis Recklinghausen und seine Städte schultern.

Im Westerholter Bezirksausschuss fand Stadtplaner Ralf Terpoorten dafür deutliche Worte: Der Gutachter, der die Machbarkeit der neuen S-Bahn-Linie geprüft hat, habe eine „nicht ausreichende Ortskenntnis“.

Die Verknüpfung von Bus und Bahn sei „völlig unzureichend“ betrachtet worden. „Der Gutachter hat sich nicht einmal mit der Vestischen zusammengesetzt“, kritisierte Terpoorten.

Barrierefreier Zugang

Mit der Verlängerung der Linie in Richtung Recklinghausen muss am hoch gelegenen Haltepunkt an der Königswiese in Buer ein zusätzlicher Bahnsteig errichtet werden. Obwohl zur Zeit eine Machbarkeitsstudie erstellt wird, hatt VRR-Sprecher Holger Finke hat konkrete Vorstellungen. „Der neue Bahnsteig soll auf jeden Fall barrierefrei ausgebaut werden“ - wegen der Hochlage also mit Treppenanlage und Aufzug. Wo sich der Zugang befinden wird – an der Ost- oder an der Westseite des Brückenbauwerkes – sei zur Zeit noch nicht bekannt. Voraussichtlich gegen Ende des Monats erwartet der Verkehrsverbund die Ergebnisse der Studie.