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Heißer Geburtstag in Weiß und Blau

09.02.2012 | 18:12 Uhr
Heißer Geburtstag in Weiß und Blau
White Hot And Blue Foto: Sebastian Konopka

Gelsenkirchen-Buer.„Als wir 1982 anfingen, gab es zwar eine relativ große Blues- Szene in Deutschland, ange- sagt waren allerdings New Wave und die Neue Deutsche Welle”, erinnert sich Ulli Tietze, Bassist und einzig verbleibendes Gründungsmitglied von White, Hot & Blue. „Aber damit hatten wir nichts am Hut. Wir wollten ja auch nicht unbedingt mit der Musik reich werden, sondern nur das spie- len, was wir mögen und womit wir aufgewachsen sind.”

Und obwohl man es damals wohl nicht für möglich gehalten hätte, haben die heißen, weißen Blueser mittlerweile 30 Jahre auf dem Buckel. Da- bei gestaltete sich schon der erste Auftritt alles andere als verheißungsvoll. „Ursprünglich hätten wir in der Pappschachtel auftreten sollen, aber die ist ein paar Tage vor- her abgebrannt, so dass der Gig ins Jugendzentrum Tossehof verlegt werden musste”, so der Tieftöner.

Im örtlichen Jugendzentrum verweilte die Combo allerdings nicht sonderlich lange, denn schnell waren Gigs im gesamten Bundesgebiet festgezurrt, so dass man einiges an Punkten auf dem Meilenkonto sammeln konnte. „Es kam vor, dass wir an einem Freitagabend in Hamburg gespielt haben und schon am Samstag in München auf der Bühne standen“, erinnert sich Gitarrist Thomas Erkelenz.

Auch sonst hatten die Bluesrocker mit so manch skurrilem Auftrittsort zu kämpfen. „In einer Kneipe lag auch die Gästetoilette hinter der Bühne, so dass man beim Spielen jedem Platz machen musste, der mal pinkeln wollte.” In Sachen Unterbringung war „on the road” nicht jede Schlafstätte das, was man sich unter einem glamourösen Rockstarleben vorstellt. „Damals glaubten die Leute noch, dass Bluesspielen auch immer etwas mit dreckigen Jacken zu tun hat und so sahen dann auch manche „Hotels” aus. Einmal hatte ein Veranstalter einfach nur ein paar schmierige Matratzen in einem Jugendheim auf den Boden gelegt. Da mussten wir erst noch eine Flasche Schnaps trinken, um überhaupt einschlafen zu können”, erzählt Erkelenz.

Aber was ist der eine oder andere Kater, wenn man an prominenter Position die Saiten dehnen darf?! Unter anderem stand man mit den Veteranen von Canned Head („On The Road Again“) oder der amerikanischen Legende Eddy C. Campbell auf der der Bühne oder traf auf die Woodstock Legende Alvin Lee, dessen Ex-Kollegen Ten Years After kürzlich die Kaue unsicher gemacht haben. Und nebenbei hat man auch noch diverse Live-Alben eingetütet.

Dennoch verliefen die vergangenen 30 Jahre nicht ganz ohne Reibungsverluste ab. Auf sage und schreibe elf verschiedene Besetzungen bringen es White, Hot & Blue in drei Jahrzehnten; insgesamt 13 Musikanten standen bist dato im festen Engagement bei den buerschen Blues Heroen. Aktuell sind neben Uli Tietze (Bass/Gesang), den Gitarristen Jimmy Hartwig (immerhin auch schon seit 1983 an Bord) und Thomas Erkelenz auch noch Drummer Daniel Sanleandro und Martin Scholz, der in die Tasten von Piano und Hammond Orgel haut, dabei.

In dieser Besetzung wird man auch in 14 Tagen den 30. Geburtstag zelebrieren. Dafür schickt man sich an, in der Kaue die Marshalltürme aufzudrehen und ein mehrstündiges Greatest-Hits-Programm aufzuführen. Dabei wird’s nicht nur alle Hits aus eigener und fremder Feder auf die Trommelfelle, sondern auch ein Wiedersehen mit ehemaligen Wegbleitern geben. Unter anderem haben Ex-Sänger Maik Resinek und Saxophonist Norbert Gleis ihr Erscheinen angedroht.

Karten gibt es ab sofort an allen gängigen Vorverkaufsstellen zum Preis von 14 Euro zuzüglich eventueller Gebühren.

Doch damit noch nicht genug: Zur Feier des Jahres werden uns White, Hot & Blue auch noch mit brandneuem Tonmaterial beschenken. In den nächsten Wochen soll ein weiteres Album das Licht der Welt erblicken. Mit „The Trip“ steht zwar schon ein Titel, allerdings noch kein Veröffentlichungsdatum fest.

Sebastian Konopka

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