Gut eingelebt
30.11.2009 | 17:41 Uhr 2009-11-30T17:41:20+0100
Das neue Regionalforstamt Ruhrgebiet ist seit einem Jahr auf ehemaligen Hugo-Gelände angesiedelt. Reinhart Hassel leitet das Amt am Brößweg seit Mai.
Ein Forstamt auf Hugo 2/5/8 – das ist auch ein Jahr nach dem Einzug ins ehemalige Inkubatorzentrum am Brößweg noch gewöhnungsbedürftig. Doch für die Förster inzwischen Alltag. „Wir haben uns hier alle gut eingelebt”, bilanziert Reinhart Hassel, von Anfang an mit dabei in dem neu gebildeten und fürs gesamte Ruhrgebiet zuständige Regionalforstamt, dessen Leiter er seit Mai ist.
Das großzügige Haus am Brößweg biete ein „hervorragendes Arbeitsumfeld” für das in Spitzenzeiten bis zu 38-köpfige Team. Und was den Wald anbelange, den die Förster ansonsten vor der Tür hätten, so vermisse man den nicht unbedingt. Schließlich sei das Ruhrgebiet dermaßen grün, „und wir sitzen hier mittendrin im Ruhrpott”, so Hassel.
Als Regionalförster biete das Ruhrgebiet mit seinen 77 000 Hektar Wald zwischen Duisbug und Unna sowie Haltern und Hagen reichlich Gestaltungsmöglichkeiten, die man andernorts in dem Maße nicht habe, so der Regionalforst-amtsleiter. „Anders als etwa in der Eifel oder im Sauerland ist man hier nicht nur mit Holzwirtschaft beschäftigt.” Hier gehe es auch um den Wald als Erlebnisraum, es gehe um Wiederaufforstung und - was „wahnsinnig interessant” sei - um Industriewälder, die sich auf alten, verlassenen Industriebrachen entwickelten.
Nicht zuletzt deshalb gebe es beim Regionalforstamt Ruhrgebiet die Schwerpunktaufgabe „Industriewald”. Man beobachte und untersuche diese sich selbst entwickelnden Flächen waldökologisch und naturschutzmäßig und versuche gleichzeitig, diese „neue urbane Waldform” der Bevölkerung näher zu bringen. „Die Natur holt sich die Fläche zurück, und wir schleusen inzwischen Jahr für Jahr rund 5000 Leute in Besuchergruppen durch die Flächen - zwischen zehn- und zwanzigtausend Hektar sind das im Revier.” In Buer gebe es keinen Industriewald, wohl aber im Stadtsüden. Der auf Hugo geplante Biomassepark werde kein Wald - sondern Agrarfläche.
Reinhart Hassel (58) ist gebürtiger Neusser, wohnt in Wülfrath und ist seit Mai Leiter des Regionalforstamtes. Zuvor leitete er das Fachgebiet Forsthoheit und Umweltpädagogik. Der studierte Forstwissenschaftler hatte vor seinem Wechsel nach Buer vor einem Jahr über 20 Jahre das ehemalige Forstamt Mettmann geleitet. Seit mehr als 25 Jahren ist er in den Forstbehörden des Landes tätig.
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