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Grünes Hugo: Charme oder Verlegenheit

22.02.2008 | 17:44 Uhr
Grünes Hugo: Charme oder Verlegenheit

Die Pläne für eine Aufforstung des alten Zechengelände am Brößweg passierten die Bezirksvertretung Nord. Politik stimmt zu, es gibt aber auch kritische Stimmen.

Die Bezirksvertretung Nord hat die Pläne für den Biomassepark auf Flächen des alten Bergwerks Hugo gebilligt. Die Pläne finden die Zustimmung der örtlichen Politik, auch wenn es einige kritische Anmerkungen gibt - und das nicht nur im politischen Raum.

Der Biomassepark (schnellwachsendes Gehölz wie Pappeln oder Weiden wird aufgeforstet) entsteht südlich des alten Brößweges auf einer Fläche von 20 ha (zwei Drittel des Zechengeländes). Alle drei bis fünf Jahre erfolgt eine „Ernte”, das Projekt hat insgesamt eine Laufzeit von 18 bis 20 Jahren. Die Umwandlung der Biomasse, so erfuhr die Runde, erfolgt in einem Kraftwerk außerhalb Gelsenkirchens. Eine Bioanlage sei auf dem Hugo-Areal nicht geplant, erfuhr die Runde auf Nachfrage des Grünen Karl Henke.

Vor dem Projektstart erfolge, so hieß es, eine Altlastensanierung. Außerdem wird die Fläche drei Meter tief ausgetauscht. Parkwege seien für die Bevölkerung zugänglich. Auch der RVR-Radwanderweg werde durchs Gelände gehen, direkt am Schacht Hugo 2 vorbei.

Bezirksvorsteher Thomas Klasmann sagte, die Entwicklung von Hugo sei städtebaulich und arbeitsmarktpolitische bedauerlich, der Park sei aber als Zwischennutzung „in Ordnung”. SPD-Bezirksfraktionschef Klemens Wittebur betonte, die Biomasseerzeugung sei eine „intelligente Zwischenlösung”, die optisch, ökologisch Charme habe. Schließlich sei die ursprüngliche Lösung auf absehbare Zeit nicht realisierbar. Der Biomassenpark erlaube, jeweils innerhalb von fünf Jahre eine neue Lösung zu finden.

Für den CDU-Bezirksfraktionsvorsitzenden Andreas Est ist die jetzt gefundene Lösung ein Trostpflaster, nachdem die ursprünglichen gewerblichen Pläne mit dem Inkubator-Aus ihren Todesstoß erhalten hatten. Es sei beklagenswert, dass es soweit gekommen sei. „Das eigentlich Bedauerliche ist, dass keine Arbeitsplätze entstehen, aber immerhin, man gibt die Fläche der Natur zurück.”

Heimatvereinschef Gerd Escher spricht von einer „Verlegenheitslösung” auf niedrigem Niveau: Der Park, ein besseres Maisfeld, sei eine Täuschung, um das Aus der gewerblichen Nutzung öffentlich besser verkaufen zu können. „Das tut Buer nicht gut.” Diese Lösung passe nicht ins gesamtstädtische Konzept. Escher spricht von „Versagen” der Planer. „Da ist verpasst worden, frühzeitig die Weichen zu stellen.” Wo eine gewerbliche Lösung versagt bleibe, wäre ein ordentliches Erholungsgebiet oder Pläne für wohnbebauung besser als ein Biomassepark. Auch Uwe Ketelsen, Chef der Werbegemeinschaft Buer, spricht von einer „Notlösung”: Der Park biete städtebaulich und wirtschaftlich kaum einen Nutzen.

Ex-Hugo-Betriebsratschef Klaus Herzmanatus trauert den Jobmöglichkeiten nach, die  hätten entstehen können. Zumindest aber sei Bewegung „drin”, die Fläche ließe sich so besser vermarkten. Für Herzmanatus gab die schlechte verkehrliche Anbindung den Ausschlag für die Nicht-Vermarktung des Areals.

Georg Meinert

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