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Sturmschäden

Großreinemachen

19.07.2010 | 17:53 Uhr
Großreinemachen
Auch in den Parkanlagen an der Goldbergstraße mussten zahlreiche Bäume zerlegt werden. Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool

Buer.Kehraus in Buer. Nach dem Unwetter am Freitagabend laufen die Aufräumarbeiten im Stadtnorden auf vollen Touren. Gelsendienste sowie eine Vielzahl privater Gartenbauer sind damit beschäftigt, die Straßen von umgestürzten Bäumen, herabgefallenen Ästen und Blättern zu befreien sowie Gefahrenquellen durch abgeknickte, aber noch nicht herabgefallene Äste zu beseitigen.

„Die Sicherheit auf den Straßen genießt bei uns aktuell absolute Priorität“, erläutert Stefanie Genthe, Pressesprecherin bei Gelsendienste, die Vorgehensweise. Allein auf den Straßen gibt es viel zu tun, wie Genthe weiter ausführt. „Wir hatten bis Montagmittag bereits rund 50 Bäume, die auf jeden Fall gefällt werden müssen, und knapp 80 Bäume, bei denen Kronen- und Astarbeiten anstehen.“ Das gesammelte Holz gibt Gelsendienste übrigens an einen Holzverwerter, der daraus Spanplatten oder Bretter herstellt.

Abseits der Straßen werden die Aufräumarbeiten noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „In Parks, Schulen oder Friedhöfen sind wir noch gar nicht“, sagt Stefanie Genthe. Dementsprechend könne man auch noch keine Aussagen darüber treffen, wie groß die Schäden dort sind. Deshalb rät Genthe auch beim Parkspaziergang zur Vorsicht. „Es können immer noch Äste aus den Baumkronen herabstürzten.“

Der alte Friedhof an der Mühlenstraße ist derzeit gar nicht passierbar; Bäume versperren den Haupteingang. „Das Problem ist uns bekannt“, so Genthe. Nach den Arbeiten an den Straßenbäumen will man bei Gelsendienste die anderen Schäden sukzessive abarbeiten. „Der Friedhof wird sicherlich nicht als letztes an die Reihe kommen“, stellt Genthe in Aussicht. Insgesamt schätzt sie, dass die Arbeiten zwischen drei und vier Wochen in Anspruch nehmen werden.

Wie die Mitarbeiter eines privaten Baumdienstes berichten, sei man aktuell relativ knapp besetzt, so dass die Firma auch an ihre Kapazitätsgrenze stoße. „Viele Kollegen sind in Urlaub oder feiern Überstunden ab. Wir selbst sind jetzt seit einer Woche durchgängig im Einsatz.“ Genthe bestätigt: „Das ist jetzt auch eigentlich keine Saison. Baumarbeiten dürfen nämlich nur von November bis März durchgeführt werden.“

An anderer Stelle läuft der Betrieb dagegen schon wieder normal, wie zum Beispiel in der Ambulanz des St. Marienhospitals Buer. „In der Ambulanz ist ein innenliegendes Fallrohr geplatzt, weil es dem Wasserdruck nicht mehr standhalten konnte“, bestätigt Uwe Becker, Pressesprecher des Spitals. Dadurch ist Wasser in die Decke gelaufen und hat einen Teil der Deckenverkleidung einbrechen lassen. „Unsere Technik war das ganze Wochenende im Einsatz, so dass jetzt wieder alles läuft.“

Apropos Wasser: Durch den starken Regen stießen viele Gullys an ihre Kapazitätsgrenzen. Hinzukam, dass viele Fangsiebe in den Abflüssen verstopften, weil Blätter und Äste mit hineingespült wurden. „Besonders an neuralgischen Punkten wie zum Beispiel unter Brücken, kam es zu Überschwemmungen. Aber unsere Mitarbeiter sind schon in der Nacht ausgerückt, um die gröbsten Probleme zu beseitigen“, berichtet Genthe.

Der Stromausfall in Buer Mitte zwischen Vinckestraße und Goldbergplatz konnte ebenfalls noch in der Freitagnacht relativ schnell behoben werden, wie Stadtpressesprecher Martin Schulmann ausführt. „Ein Baum war auf die Trafostation am Museum gefallen und hat den Stromausfall verursacht. Durch Umleitungen im Netz konnte das Problem allerdings kurzfristig beseitigt werden“, so Schulmann. Allerdings: „Wie man hörte, fiel in diesem Bereich am gesamten Wochenende immer mal wieder der Strom aus und auch die Telefone waren gestört.“

Glück im Unglück hatte die St.-Urbanus-Gemeinde, wie Propst Wilhelm Zimmermann berichtet. „Eine der Linden vor der Passage ist auf das Pfarrhaus gestürzt.“, so Zimmermann. Die Fassade sei leicht beschädigt worden, eine Türscheibe gesplittert und der Vorbau des Eingangs verzogen. Probleme bereiteten Zimmermann eher die umgestürzten Bauzäune. „Ich kam gar nicht aus dem Haus und musste mir mit einem Seitenschneider den Weg frei machen.“

Sebastian Konopka

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