Goldbergplatz: Noch mal von vorn

Grau in grau zeigt sich der Goldbergplatz in Buer. Sehbehinderte wünschen sich jedoch mehr Kontraste.
Grau in grau zeigt sich der Goldbergplatz in Buer. Sehbehinderte wünschen sich jedoch mehr Kontraste.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Zweieinhalb Jahre nach dem Ende der Bauarbeiten fordern Berend Steensma und Manfred Liebich die komplette Neugestaltung des Goldbergplatzes. Der Rollstuhlfahrer und der Sehbehinderte werfen der Stadt gravierende Mängel beim barrierefreien Ausbau vor.

Gelsenkirchen-Buer..  Zweieinhalb Jahre nach dem Ende der Bauarbeiten mitten in Buer fordern Berend Steensma und Manfred Liebich die komplette Neugestaltung des Goldbergplatzes. Das ehemalige Mitglied im Beirat für Menschen mit Behinderungen und der örtliche Vertreter des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) werfen der Stadt zum wiederholten Mal gravierende Mängel beim barrierefreien Ausbau des zentralen Platzes und des Verkehrsknotenpunktes vor.

Die Liste ihrer Kritikpunkte ist so lang wie altbekannt. Grundsätzlich bemängeln sie, dass die Prinzipien einer barrierefreien Gestaltung bei der Planung des Vorhabens nicht eingehalten worden seien und das kontrastarme Erscheinungsbild des neuen Goldbergplatzes speziell sehbehinderten und blinden Menschen die Orientierung erschwere. Im Detail verweisen sie darauf, dass die Leitstreifen direkt auf die Fahrleitungsmasten führten, dass um die Masten herum Rippen- und nicht Noppenplatten verlegt wurden, dass an den Straßenbahnhaltestellen der Abstand zwischen Wartestand und Bahnsteigkante zu gering ausgefallen sei, dass Fuß- und Radwege zu knapp bemessen und nicht deutlich genug voneinander getrennt seien und dass die Außengastronomie der Eiscafés zu breiten Raum einnehme.

Lediglich an einer Stelle sei etwas positiv geändert worden. Berend Steensma: „Der Abstand zwischen der Bahnsteigkante und der Leitlinie beträgt jetzt 60 Zentimeter.“ Das sei aber erst nachträglich geschehen, nachdem er deutlich auf diesen Missstand hingewiesen habe.

Für Liebich ist klar: „Da die Horster Straße eine einheitliche Wegekette darstellt, muss sie durchgängig barrierefrei sein.“ Demzufolge müsse dieser Bauabschnitt bis zur Vinckestraße erneuert werden. Nicht weniger pauschal fällt das Fazit von Steensma aus: „Die Politik hat doch keine Ahnung.“ Weil er mit seiner unbequemen Haltung auch in eigenen Reihen angeeckt sei, habe ihn die CDU für die aktuelle Ratsperiode nicht mehr als Sachkundigen Bürger aufgestellt.

„Goldbergplatz ist ein Kompromiss“

Martin Schulmann, Sprecher der Stadtverwaltung, weist ebenso wiederholt auf gültige Ausbaupläne hin, die von Stadt, Bogestra und einem Ingenieurbüro erarbeitet und abgestimmt wurden: „Die Stadt hat in Gesprächen mit allen Betroffenen und Beteiligten immer darauf hingewiesen, dass nicht alle Ansprüche optimal berücksichtigt werden können.“ Die Kulturmeile stelle eine städtebauliche Situation dar, die von den üblichen Ausbauweisen entlang öffentlicher Straßen und Gehwege abweiche. So stelle der Goldbergplatz einen Kompromiss dar. Schulmann: „Im weiteren Verlauf der Horster Straße haben wir mehr Platz, um den Ausbau barrierefrei zu gestalten.“ Immerhin: Berend Steensma erkennt an, dass die Stadt für den vierten Bauabschnitt zwischen Sedanstraße und Hugostraße seine Forderungen nach einem barrierefreien Ausbau berücksichtigt habe.