Gesichter des Reviers
10.09.2008 | 09:20 Uhr 2008-09-10T09:20:00+0200
Gelsenkirchen-Buer. Riesige Hakennasen, tiefliegende Augen und offen stehende Münder: Diese Gesichter sind keine klassischen Model-Schönheiten, ihre Gesichtszüge sind rau, der Haaransatz verrostet. Doch genau das macht ihren Reiz aus.
Ursprünglich wurden die „Gesichter des Reviers”, die Kira Schmidt in ihrer neuen Ausstellung zeigt, nämlich als Maschinen gebraucht. Als die Hasselerin Schmidt mit ihrer Handy-Kamera auf Streifzüge über die Zechengelände der Region ging, da hielt sie jedoch gezielt Ausschau nach Maschinen und Gebäudeelementen, die menschliche Gesichtszüge tragen. „Wenn man die Gesichter einmal entdeckt hat, sieht man sie immer wieder”, sagt die junge Künstlerin lachend.
Auf Zollverein, Ewald, Hugo, Bergmannsglück und anderen Industriedenkmälern schaute sich Kira Schmidt immer wieder um. Sie entdeckte Loren, die in ihren großformatigen Fotos aussehen wie Tiere, die der Kamera ihre Zunge herausstrecken. Eine Teufenanzeige hingegen wirkt, als habe sie Schlafaugen mit gesenkten Augenlidern. Auch ein Nikolaus-Gesicht mit Bart gibt es zu sehen, wenn man genau hinschaut bei den Bildern. „Jeder wird etwas anderes erkennen. Oft stehen Leute lachend vor meinen Fotos, wenn sie gerade wieder etwas neues darin entdeckt haben”, sagt Kira Schmidt.
Mit Fotos von Zechen-Fundstücken hat sie bereits zuvor Ausstellungen bestückt. Neu ist diesmal, dass es ausschließlich um Gesichter geht. „Für mich sind diese Arbeiten aber auch eine Art Tagebuch, weil die Handykamera jedem Bild ein Datum und eine Uhrzeit zuordnet. So weiß ich immer, wann welches Gesicht enstanden ist”, erklärt sie. Mit der integrierten Kamera ihres Handys arbeitet die Hasselerin oft, die dabei entstehende Unschärfe der Konturen ist bei ihr durchaus gewollt. „So kommen die Gesichter noch besser zur Geltung.”
Künftig will Kira Schmidt jedoch auch mit einer „richtigen” analogen Kamera ihre Motive einfangen. Und ein Projekt mit Polaroid-Bildern ist ebenfalls geplant. „Ideen habe ich genug”, erzählt sie.
Ergänzt wird ihre derzeitige Ausstellung in der hauseigenen Alfred-Schmidt-Galerie an der Bergmannsglückstraße 42 mit kleinen Maschinen-Gelenken und Körben, die sie ebenfalls bei ihren Streifzügen gefunden hat. Zudem baumelt die Installation „Kumpels” von der Decke. Dafür hat Kira Schmidt echte Bergmannskleidung aufbereitet und die Ärmel der Jacken aneinandergeknotet. So gehen die Jacken Arm in Arm. Wie Kumpel halt – im doppelten Sinne.
11:37
lol, diesmal steht es in der waz, also musste die waz verklagen, malte t. von hometown glory alias iksin! ;)
20:39
Der selbe Spruch stand doch schon mal im Forum der Gelsenkirchener-Geschichten. Reichen euch die ganzen Abmahnungen noch nicht? Oder ist der Neid bei einigen von Euch so groß?
11:42
Warum wird nicht erwähnt, dass Kira Schmidt für die WAZ Artikel schreibt? Oder sol der Leser selber darauf kommen, dass hier eine Hand die andere wäscht?