Geschichtskreis muss jetzt seine Sachen packen

Heinz Hackstein und seine Mitstreiter vom Geschichtskreis müssen das Ladenklokal an der Polsumer Straße 160 räumen.
Heinz Hackstein und seine Mitstreiter vom Geschichtskreis müssen das Ladenklokal an der Polsumer Straße 160 räumen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Ladenlokal an der Polsumer Straße 160 steht der Initiative nur noch bis zum Ende des Monats zur Verfügung. Verein sucht jetzt eine neue Bleibe.

Gelsenkirchen-Hassel.  . Unfreiwillig und unerwartet müssen die Mitglieder des Geschichtskreises Hassel/Bergmannsglück in die Hände spucken, müssen Umzugskartons, Tücher und Noppenfolie organisieren und ein Transportfahrzeug bereitstellen. Der Grund: Das Ladenlokal an der Polsumer Straße 160 steht der Initiative als Treffpunkt und Ausstellungsmöglichkeit bald nicht mehr zur Verfügung. Bis zum 20. Juli muss es geräumt sein.

Nur eine Bleibe auf Zeit

„Wir wussten ja immer, dass das Lokal nur eine Bleibe auf Zeit ist“, blickt Geschichtskreis-Geschäftsführer Heinz Hackstein auf das zweieinhalbjährige Intermezzo zurück, das jetzt zu Ende geht. Damals war die Freude groß, mit Eigentümerin Anke Sauerbaum eine Eigentümerin gefunden zu haben, die dem Kreis das bis dahin leer stehende Lokal zur Verfügung stellen konnte. So hatten beide Seiten etwas davon: Einer von vielen Leerständen entlang der Polsumer Straße war beseitigt und der Geschichtskreis konnte auf interessierte Laufkundschaft setzen. „Das war für uns ein idealer Standort“, sagt Hackstein. Auf kurzen Wegen zu erreichen, mit einer Bushaltestelle direkt vor der Tür. Solch’ ideale Bedingungen hätte es direkt auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Bergmannsglück sicherlich nicht gegeben. Dort hatte sich der Kreis ursprünglich die Hoffnung gemacht, ein Zuhause unter dem Dach des Werkstattgebäudes zu finden. Aber dieses Gebäude wurde wie viele andere Zechenimmobilien in der Zwischenzeit bekanntlich abgerissen. Und die verbliebene Maschinenhalle steht wohl für eine Nutzung durch Berghmannsglücker Vereine nicht zur Verfügung.

Wichtige Arbeit im Stadtteil

„Der Geschichtskreis leistet etwas Wichtiges für den Stadtteil“, ist Anke Sauerbaum überzeugt. Deshalb habe sie dessen Arbeit auch immer unterstützt. Sie hat für das Ladenlokal eine gewerbliche Nutzung gefunden, ab Anfang August könnte es soweit sein. Welcher Nachmieter, welches Gewerbe dort einziehen wird, möchte sie im Moment noch nicht verraten. Nur so viel: Es soll auf keinen Fall eine Spielhalle sein.

Die Angst des Geschichtskreises, dass der Verein mit seinen Habseligkeiten jetzt buchstäblich auf der Straße steht, hielt nur für einen kurzen Moment an. Egon Kopatz, Vorsitzender des Geschichtskreises: „Durch einen Anruf des Stadtteilbüros Hassel, Westerholt, Bertlich haben wir erfahren, dass im Verwaltungsgebäude der ehemaligen Zeche Westerholt an der Egonstraße die Möglichkeit besteht, unsere Sachen zwischenzulagern.“ Wie lange Bilder, Urkunden und anderes historisches Material dort verbleiben können, ist zur Zeit noch ungewiss. Der Verein würde sich freuen, wenn er in ähnlich gut frequentierter Lage und zu akzeptablen Bedingungen wieder eine Bleibe finden könnte. Angebote nimmt der Geschichtskreis Hassel/Bergmannsglück unter der Rufnummer 65 65 1 entgegen.