Geschenk mit Folgekosten
10.01.2012 | 17:48 Uhr 2012-01-10T17:48:00+0100
Gelsenkirchen-Buer. Die Verbraucherberatung warnt ausdrücklich vor dem Besuch einer als Ausstellung getarnten Verkaufsveranstaltung. Aus dem „freien Eintritt“ könne schnell die Nötigung zum Kauf von minderwertigem Porzellan zu überhöhten Preisen werden.
Die Anzeige des Telefons offenbarte nicht mehr als ein „+“-Zeichen und eine Null, der Rest der Nummer war unterdrückt. Nach einem Rauschen in der Leitung sprang zunächst ein automatischer Ansagetext an, dann meldete sich eine junge Frauenstimme, die in gebrochenem Deutsch, aber mit deutlich französischem Akzent von „Porzellan“ und „Limoges“ sprach, das jetzt auch in Gelsenkirchen zu sehen sei. Den Werbeanrufen gingen in den vergangenen Tagen auch schriftliche Einladungen voraus zu einer „Porzellanausstellung“, zu der am Samstag, 14. Januar, im Hotel Courtyard by Marriott im Berger Feld „freier Eintritt“ gewährt werde. Die Verbraucherberatung warnt ausdrücklich vor dem Besuch dieser Veranstaltung. Aus dem „freien Eintritt“ könne schnell die Nötigung zum Kauf von minderwertigem Porzellan zu überhöhten Preisen werden.
Heike Higgen, Beraterin in der Verbraucherberatung an der Ringstraße, bestätigt das Vorgehen der Firma, die sich „Porcelaine Française de Limoges“ nennt: „In der vergangenen Woche hat es bei uns massiv Beschwerden über das Vorgehen dieses Unternehmens gegeben.“ Verbraucher seien mehrfach am Telefon belästigt worden, teilweise in den Abendstunden und gleich am anderen Morgen wieder. Von zwei Fällen wisse sie, dass die Angerufenen keinesfalls auf die Werbebotschaft eingegangen sind, sondern Details zur Firma und vor allem zur Rufnummer wissen wollten. Die Folge: „Porcelaine Française de Limoges“ verlor sofort das Interesse an der Kundensuche und legte prompt auf.
Heike Higgen: „Das ist ein starker Hinweis darauf, dass diese Ausstellung nichts anderes ist als eine Verkaufsveranstaltung, die wir von den Kaffeefahrten kennen.“ Unter dem Stichwort „Porcelaine Française de Limoges“ spuckt die Internet-Suchmaschine zahllose Berichte aus, die den Ablauf der „Ausstellung“ beschreiben. Danach wird den Teilnehmern in Aussicht gestellt, sie bekämen ein Porzellanservice im Wert von 15 000 Euro geschenkt - unter der Voraussetzung, dass sie darauf ihre Initialen anbringen lassen. Ein „Service“, der dann mit 4000 Euro berechnet wird.
Dass Teilnehmer persönlich angesprochen und auch schriftlich eingeladen werden, wundert Verbraucherschützerin Heike Higgen nicht: „Rufnummern und Adressen gibt es in den Telefonverzeichnissen. Und sie werden gehandelt und weitergegeben, wenn man nur einmal an einem Gewinnspiel teilgenommen hat.“ Sie rät dringend davon ab, diese Porzellanausstellung und ähnlich gelagerte Verkaufsveranstaltungen zu besuchen und dort Kaufverträge zu unterschreiben.
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