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Gemeinsam statt einsam

11.03.2010 | 07:32 Uhr
Gemeinsam statt einsam

Seit 2005 ermöglicht die Wohngemeinschaft "Humanes Leben" im Herzen von Buer Senioren weiterhin ein selbstbestimmtes Leben.

Dass Studenten sich in einer Wohngemeinschaft zusammen finden, das ist weit verbreitet. Mittlerweile aber gibt es zunehmend Wohngemeinschaften älterer Menschen. Eine davon ist die Senioren-WG „Humanes Leben“ an der Hochstraße in Buer.

Siebzehn Senioren, mit Demenz und ohne, leben hier auf 756 Quadratmetern zusammen. Alle haben sie einen eigenen Wohnbereich, die Gemeinschaftsräume aber teilen sie sich. Und da wirken sie auch gemeinsam, Kochen zusammen oder schauen Fernsehen. „Der Unterschied zu einer Studenten-WG ist eigentlich nur, dass die Bewohner ihre neuen Mitbewohner nicht selbst aussuchen dürfen“, erklärt Elke Jablonowski, Verwaltungsleiterin dieser und anderer Wohngemeinschaften. Allesamt gehören die Ilhan Bükrücü, der den Altbau an der Hochstraße vor einigen Jahren ankaufte und umbaute.

Seit 2005 leben hier Senioren. Und denen gefällt das eigentlich ganz gut. Zu ihnen gehört Helene Rüdiger, die die Selbstbestimmtheit zu schätzen weiß. In ihr Zimmer zieht sich die rüstige Rentnerin vor allem dann zurück, „wenn ich mal frische Luft schnappen möchte“. Die Raucherin schmunzelt.

„Das einzige, was hier verboten ist, sind Haustiere. Weil bei uns einige Allergiker wohnen“, so Elke Jablonowski. Ansonsten bestimmen die alten Herrschaften fast alles selbst. „Beim Speiseplan wird auf jeden Rücksicht genommen, alle bekommen mal ihr Lieblingsgericht“, so die Verwaltungsleiterin. „Und wer möchte, kann in die Stadt gehen oder spazieren.“

Drei mal in der Woche kommen Betreuungskräfte in die Wohngemeinschaft. Dann stehen Freizeitaktivitäten auf dem Programm. „Wir haben einen Singekreis, der Volkslieder singt. Und unsere Bewohner spielen unheimlich gerne Bingo.“ Und wenn den Senioren der Sinn nach einem Ausflug steht, wird auch versucht, den möglich zu machen. „Dafür kommen manchmal Mitarbeiter in ihrer Freizeit. oder die Angehörigen kümmern sich darum.“ Die sind in der Wohngemeinschaft nämlich gern gesehene Gäste. „Sie können kommen, als ob sie hier zu Hause wären. Einige haben auch einen Schlüssel.“

Da es sich bei der Wohngemeinschaft eben nicht um ein Heim handelt, müssen die Kosten weitgehend aus privaten Mitteln bezahlt werden. Einzig der Bereich Pflege wird von der Stadt bei Bedarf abhängig vom Einkommen bezuschusst. Regulär kostet das Einmieten in die Wohngemeinschaft 1450 Euro monatlich. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Verpflegung.

Pflegerische Aufgaben übernimmt das Personal der Wohngemeinschaft nicht. Hierfür wird, wie sonst im privaten Bereich auch, ein Pflegedienst verpflichtet. „Und jeder, der bei uns einzieht, kann seinen Pflegedienst natürlich mitbringen“, erklärt Elke Jablonowski.

Kira Schmidt

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