Gemeinde dankt dem guten Geist der „guten Stube“

Pfarrer i.R. Helmut Barth (li.), Gemeindesekretärin Marlies Horn und Pfarrer Klaus Venjakob bedankten sich bei Gustav Riedel (2.v.li.) mit einem Präsentkorb
Pfarrer i.R. Helmut Barth (li.), Gemeindesekretärin Marlies Horn und Pfarrer Klaus Venjakob bedankten sich bei Gustav Riedel (2.v.li.) mit einem Präsentkorb
Foto: FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer..  Als im Mai 1999 die „gute Stube“ in den Gemeinderäumen der Hasseler Markuskirche eröffnet wurde, war Gustav Riedel vom ersten Tag an dabei. Jetzt wird er bald 87 Jahre alt und hat einen Schlussstrich gezogen. Aber der gute Geist der Begegnungsstätte bleibt der Gemeinde erhalten - als Gast.

Die Tische eindecken, Kaffee kochen, am Ende das Geschirr zusammenräumen: Das alles gehörte zu seinen Aufgaben, die er gern übernommen hat. Aber dann setzte sich die Erkenntnis durch: „Ich war der erste, der kam, und der letzte, der ging. Der Tag wurde einfach zu lang“, stellte Gustav Riedel für sich fest. Dabei ist ihm bewusst, wie wichtig so eine regelmäßige Anlaufstelle im Gemeindealltag ist.

In der „guten Stube“ wird gefrühstückt, Doppelkopf gespielt, geklönt und Kaffee getrunken. Bis auf den Samstag ist der Treffpunkt an allen Tagen der Woche geöffnet, montags von 9 bis 12 Uhr und ab 17 Uhr, dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Im Schnitt finden 15 bis 20 Personen den Weg zur Biele, meistens Frauen, aber nur wenige Männer.

Nachfolger gefunden

Als Meister war Gustav Riedel über viele Jahre auf der Kokerei Hassel tätig mit wenig Kontakt zu Kirche und Gemeindeleben. Aber Pfarrer Helmuth Barth sei es durch seine weltoffene Art gelungen, diese Bindung zur Markuskirche herzustellen. Der Gemeinde bleibt Gustav Riedel erhalten. Er hat eine Wohnung im Seniorenzentrum an der Dillbrinkstraße bezogen, kann von dort in wenigen Schritten die „gute Stube“ erreichen. Als passives Mitglied des Reitervereins Gladbeck und durch seine Verbundenheit mit einem Schützenverein weiß er, wie schwer es heute Vereine haben, die Zukunft zu meistern. Das gilt auch für ehrenamtliche Kräfte, die Angebote wie die „gute Stube“ am Leben erhalten. Gustav Riedels Wunsch lautet: „Das darf nicht kaputt gehen.“ Und dieser Wunsch geht wohl in Erfüllung. Denn für Gustav Riedel ist ein Nachfolger gefunden worden. Dirk Royth, ehemals Steiger unter Tage, führt die „gute Stube“ fort und deckt die Tische ein, kocht Kaffee und räumt das Geschirr ab...