Gelsenkirchener Gemeinde lädt Alleinstehende ein

Der Madrigalchor der Apostelkirche sorgte für festliche Musik während der Andacht .
Der Madrigalchor der Apostelkirche sorgte für festliche Musik während der Andacht .
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Seit mehr als 30 Jahren findet eine Heiligabend-Feier für Wohnungslose und alle, die nicht allein sein wollen, im Gemeindehaus der Apostelkirche in Buer statt. Über 200 Menschen sind in diesem Jahr gekommen. Sie verbrachten einen kurzweiligen Nachmittag bei Gebet, Gesang und Ratespiel

Seit mehr als drei Jahrzehnten findet die Heiligabend-Feier für Wohnungslose und alle, die nicht allein sein wollen, schon im Gemeindehaus der Apostelkirche statt. Anstatt den 24. Dezember alleine zu Hause zu verbringen, bekommen die Feiernden hier die Gelegenheit neue Kontakte zu knüpfen.

Etwa 200 Menschen sind dieses Jahr im Gemeindehaus der Apostelkirche erschienen. Ganz genau weiß das niemand, denn eine vorherige Anmeldung ist bei der Feier nicht nötig. „Ist das hier die Weihnachtsfeier wo jeder einfach so hinkommen kann“, fragte ein Gast, der vermutlich zum ersten Mal dabei war. Ja, die ist es. Damit so ein Fest klappt, ist von den 30 Helfern oft Spontanität gefragt. Aber auch die Gäste müssen sich auf unbekannte Gesichter und neue Menschen einlassen.

Neue Kontakte knüpfen

Zu Problemen führt das allerdings nur in den seltensten Fällen. Für Pfarrerin Karla Wessel, welche die Feier leitet, macht das sogar das Besondere der Feier aus. „Heute kommen hier ganz unterschiedliche Menschen zusammen“, stellt Wessel fest. Diese brächte eine große Vielfalt von Lebensgeschichten mit, so die Pfarrerin, und würden trotzdem gemeinsam den heiligen Abend feiern können.

So ergeben sich an den Tischen im Gemeindesaal zwischen den Programmpunkten immer wieder Gespräche, mal etwas aufgeregte, dann wieder besinnliche.

Es entstehen Unterhaltungen zwischen Menschen, die sich im Alltag vielleicht eher nicht ansprechen würden und ein Gefühl von Gemeinsamkeit kommt auf. „Die Gnade Gottes muss erfahrbar sein“, erläutert Karla Wessel die Motivation, die hinter der Feier steht.

Ein kleines Geschenk für jeden

Daneben gibt es aber auch noch ein umfangreiches Programm, um den Weihnachtsvorabend so gemütlich und interessant wie möglich zu gestalten. Langeweile konnte in den drei Stunden keine aufkommen.

Der Madrigalchor der Apostelkirche sorgte für festliche Musik während der Andacht – und betonte, dass der Auftritt auf der Feier ein besonderes Anliegen des Chores sei. Natürlich wurde aber auch ohne den Chor viel gesungen. Dabei gab es dann besinnliche Untermalung durch Geige und Klavier.

„Dinner for One“ wird aufgeführt

Aus der Jugend der Gemeinde entstand vor Jahren bereits die Idee den Fernsehklassiker „Dinner for One“ auf der Bühne des Gemeindesaals aufzuführen, eine Idee die sich zum regelmäßigen Punkt im Programm der Feier entwickelte. Eben so traditionell ist das Ratespiel, bei dem die Feiernden in verschiedenen Gruppen gegeneinander antraten und weihnachtliche Begriffe errieten.

Ein gemeinsames Essen und ein kleines Geschenk durften natürlich auch nicht fehlen. Sogar für die Heimreise der Gäste war gesorgt – wer einen längeren Weg hatte, konnte sich von einer der Fahrgemeinschaften mitnehmen lassen.