Ganz ohne Verstärker
19.10.2008 | 15:54 Uhr 2008-10-19T15:54:00+0200
Bezirksvertretung Gelsenkirchen-Nord ehrte Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement. Junge Künstler der Musikschule Gelsenkirchen begeisterten das Publikum mit einem hochklassigen Programm
Schon von weitem hörte man die Trompete. Während sich die Stuhlreihen füllten, wurden die letzten Instrumente gestimmt. Es waren die Vorbereitungen auf eine Kulturveranstaltung der besonderen Art, die am Sonntag im Kunstmuseum in Buer stattfand: Unter dem Motto „Musikalische Begegnung” zeichnete die Bezirksvertretung Nord ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger aus, die sich besondere Dienste um die Kultur der Stadt erworben haben.
Eingebettet war die Ehrung in ein Programm der Musikschule Gelsenkirchen. Der Veranstaltungssaal des Museums, der über eine hervorragende Akustik verfügt, bot das passende Ambiente für die Darbietungen so ganz ohne Verstärker. Ein Stück von Vivaldi wurde zum Auftakt gespielt – Ankündigung für das hohe Niveau, das sich den Zuhörern im Verlauf der Veranstalung bieten sollte.
Anschließend gehörte die Bühne den drei Bürgern der Stadt, die sich durch ihr ehrenamtliches Engagement besonders hervorgetan hatten. Joachim Liemann, Bezirksvertreter der CDU, hielt die Laudation auf Kira Schmidt und Monika Schmidt-Brockmann, die für ihre Tätigkeit im Alfred-Schmidt-Haus augezeichnet wurden. Die beiden Künstlerinnen zeigten sich begeistert von der Ehrung und freuten sich, dass „unsere Arbeit von der Stadt gewürdigt” wird. „Schließlich machen wir das für die Menschen und die Gesellschaft”, ergänzte Monika Schmidt-Brockmann. Besonders erfreut zeigten sich die beiden von den „wunderschönen” Darbietungen der jungen Künstler.
Auch Hans Steimel, der Vorsitzende der Künstlergruppe Westerholt, lauschte andächtig den Stücken. Er wurde für sein künstlerisches Engagement geehrt. Rudi Pledl (SPD) hob in seiner Laudatio vor allem die vielen sozialen Projekte hervor, die Steimel durch Benefizveranstaltungen unterstützt hat.
Nach der Ehrung setzten die Schülerinnen und Schüler der Musikschule ihr Konzert fort.
Unter der Leitung von Schulleiter Christoph Haas begeisterten die jungen Künstler das Publikum. Ob Piccolo-Flöte, Klavier oder Violine, jedes aufgeführte Stück zeugte von großem handwerklichen Können und Talent der Mitwirkenden. Wieviel Arbeit in einem solchen Konzert steckt, bestätigte auch Eva Bächli (18), die sowohl am Klavier als auch am Fagott überzeugte. „Ich übe jeden Tag mindestens eine halbe Stunde, vor allem Klavier”, erzählt die Schülerin, die später gerne an einer Musikhochschule Chorleitung studieren würde.
Musik als Beruf steht auch für Jule Isabel Williams (9) außer Frage. Die Nachwuchs-Violinistin studiert bereits an der Kölner Musikschule und möchte gerne nach England, an die Yehudi-Menuhin-School. „Ich übe jeden Tag drei Stunden, spielen tue ich schon seit vier Jahren”, erklärt Jule, die mit einem Violinkonzert v on Giovanni Battista Viotti begeisterte.
Das hochklassige Konzert endete mit einer Zugabe und dem Versprechen, auch im nächsten Jahr wieder im gleichen Rahmen aufzutreten.
Geld für die Kunst
Trotz des knappen Haushalts fördert die Bezirksvertretung jedes Jahr die Kultur im Stadtnorden. Der Bezirksverordnete Karl Henke sprach in seiner Anmoderation von „einem kleinen vierstelligen Betrag”. Die musikalische Begegnung ist ein wichtiger Baustein im Kulturprogramm. Es gilt das Motto: Für die Bürger im Norden von den Künstlern im Norden.
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