Für jeden Menschen Freizeitangebote im Stadtteil schaffen

Der Arbeitskreis „GEmeinsam leben im Stadtteil stellte Ergebnisse und Ziele in der Tagesstätte Nienhof vor.
Der Arbeitskreis „GEmeinsam leben im Stadtteil stellte Ergebnisse und Ziele in der Tagesstätte Nienhof vor.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Es gibt in nahezu jedem Stadtteil einen Sportverein - mindestens. Dennoch haben es Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf oft schwer, sich zu betätigen. Die Angst vor Ausgrenzung hält sie zurück. Und die Übungsleiter sind oft nicht dahingehend geschult. Stück für Stück soll das nun anders werden.

In den Stadtteilen tobt in Sachen Freizeitgestaltung ohnehin nicht der Bär. Für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf ist es noch schwieriger, das richtige Angebot zu finden, ganz gleich ob dies nun ältere Menschen betrifft, Sehbehinderte oder anderweitig unterstützungsbedürftige Personen.

Um das zu ändern, hat sich schon vor einiger Zeit der Arbeitskreis „GE-meinsam leben im Stadtteil“ zusammen gefunden. „Damit jeder im eigenen Stadtteil ein Angebot vorfinden kann“, so Astrid Hornschuh. Ein großes Ziel, das die Akteure da haben. Und ein wichtiges. „Unsere Schüler zum Beispiel möchten gerne an Freizeitangeboten teilnehmen. Aber das ist schwierig“, weiß Maria Bohnhardt, Lehrerin an der Albert-Schweizer-Schule. „Die Schüler haben Angst, in einen Verein zu gehen, weil sie dort als behindert angemacht werden könnten.“

Angst, ins Schwimmbad zu gehen

Auch Renate Kluschewski, Besucherin der Tagesstätte Nienhof, kennt solche Ängste. Sie würde gern Wassergymnastik machen. „Das möchten wir in der Gemeinschaft machen. Denn viele von uns sind übergewichtig und trauen sich nicht ins Schwimmbad, weil wir da niedergemacht werden.“

Ein Wunsch, auf den der Arbeitskreis reagierte. Man versucht, einen inklusiven Wassergymnastik-Kursus ins Leben zu rufen. Ein schwieriges Vorhaben, wie Astrid Hornschuh berichtet. Und ein teures obendrein. Um ein Becken für sich zu haben, müsse man es mieten. Dazu kämen entsprechende Versicherungen und natürlich eine recht große Anzahl von Assistenten, die unterstützen, wo Bedarf ist.

Zu wenige Assistenten und Paten in der Stadt

Stadtweit gibt es viel zu wenig Ehrenamtliche, die als Assistent aktiv sind, weiß Werner Kolorz vom Haus St. Rafael in Horst. Er wünscht sich daher ein Projekt nach Warendorfer Vorbild, bei dem eine Freizeitbörse auch Assistenzen vermittelt oder Paten für Aktivitäten. „Wir wollen mal schauen, ob uns die Vermittlung solcher Assistenten nicht auch hier gelingt.“

Einem Wunsch konnte entsprochen werden. So wünschten sich Betroffene einen Lese-Abend. Der wird ab Mai monatlich in der Stadtbücherei in Horst stattfinden. Hier wird vorgelesen, was sich die erwachsenen Besucher wünschen. Ein Angebot, das vielen entgegen kommt. Sowohl älteren Menschen, die nicht mehr richtig sehen können, als auch zum Beispiel Bewohnern des Hauses Rafael, die nicht versiert im Lesen sind.

Auch 2015 gibt es ein „Spiel ohne Grenzen“

Eine Nachricht, die bereits für Freude sorgte ist, dass es auch in diesem Jahr eine Ausgabe des „Spiels ohne Grenzen“ gibt. Bereits im vergangenen Jahr wurde dieses Kooperationsprojekt erfolgreich mit und in der Gesamtschule Horst durchgeführt. Das Konzept ist simpel: Menschen jeden Alters und unterschiedlichem Unterstützungsbedarf kommen spielerisch zusammen. Auch die bereits angelaufenen inklusiven Kochkurse im Helene-Weber-Haus werden fortgesetzt. Zwei Termine fanden bereits statt, zwei weitere stehen fest.