Friedhof Horst auch nach Aus noch geöffnet

Blankes Entsetzen bei den Mitgliedern der Bezirksvertretung West hat er ausgelöst, der Vorschlag der Verwaltung, den Friedhof Horst-Süd aus Gründen des Hochwasserschutzes bis 2022 zu schließen. Das geplante Aus bedeute jedoch nicht, dass das Gelände nicht mehr betreten werden dürfe, betont Stadt-Sprecher Martin Schulmann. „Der Friedhof dürfte dann nur noch bis 2022 für Beerdigungen genutzt werden; danach sind 30 Jahre lang weiterhin Besuche der Gräber möglich. Erst ab 2055 wäre er eine Parkanlage, die weiterhin für die Öffentlichkeit nutzbar wäre.“

Obwohl das Referat Umwelt die Vorlage für die politischen Gremien erarbeitet hat, ist das Thema verwaltungsintern nach WAZ-Informationen offenbar noch nicht ausdiskutiert. Die Bezirksvertretungen haben ein Anhörungsrecht, Planungs-, Bau- und Umweltausschuss sind mitbeteiligt bzw. federführend bei der Vorberatung; das letzte Wort hat der Rat am 19. Februar.

Wie berichtet, soll der Friedhof für den (unwahrscheinlichen) Fall eines extremen „250-Jahres-Hochwassers“ als Überflutungsfläche vorgehalten werden, um andere Gebiete zu schützen. „Schon jetzt sind Beerdigungen im höher gelegenen Bereich nur möglich, weil Erde angeschüttet wurde und Wasser abgepumpt wird“, weist Schulmann auf das Problem des zu hohen Grundwasserpegels hin. Der Friedhof in Beckhausen sei auch vor diesem Hintergrund als Ausweichmöglichkeit angelegt worden für den Fall, dass das Grundwasser in Horst Beerdigungen unmöglich mache.