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Fast zu groß für die Kleinen

22.05.2007 | 06:21 Uhr

Auf einem Acker in Resse kann man sich die ersten Erdbeeren selber pflücken. Zuerst sind die Einjährigen dran, dann die Zweijährigen. Die "Erdbeer-Fans" lieben sie zerdrückt mit Creme Fraiche

Zugegeben - es ist eine gebückte Tätigkeit, und die liegt nicht jedem. "Wir sind ja noch jung", sagt Dagmar Sudol, hübsche 22 Jahre alt, auf die Frage des angejahrten Berichterstatters, ob das nicht im Rücken schmerzt, wenn man seine Erdbeeren selber pflückt. Dagmar, ihr Mann Artur und das befreundete Paar Bartosz und Elvira Oleszko (die auch aus Polen stammen) sind bekennende "Erdbeer-Fans". Aus den sieben Kilo, die sie eben auf dem Feld an der Recklinghauser Straße in Resse eigenhändig geerntet haben, wollen sie zum Teil Marmelade machen. Ein beachtlicher Haufen aber soll ganz schnell verspeist werden. "Die Erdbeeren werden zerdrückt, und dann kommt Creme Fraiche drauf - aber nicht vermengen!", sagt Dagmar Sudol. Klingt lecker.

Rund ein halbes Dutzend Autos stehen zwischen den Äckern, etwa drei Hektar groß, die Alfons Hülskämper aus Ratingen schon seit Beginn der 90-er Jahre vom Resser Bauern Josef Föcker gepachtet hat. "So ist Landwirtschaft noch am schönsten", schwärmt der 46-Jährige. "Nichts ist subventioniert, und der freie Markt regelt sich von selbst."

Der freie Markt erlaubt es zurzeit, für ein Kilo selbstgepflückte Erdbeeren zwei Euro zu verlangen (gepflückte kosten 3,80). Seit letzten Donnerstag ist das Feld zur Selbstbedienung geöffnet, zwei Wochen früher als sonst (Sie wissen: die Erderwärmung!), und die ersten Erdbeeren sind auch die teuersten. "Später drücken mehr Mengen auf den Markt, dann geht auch der Preis runter", weiß Bauer Hülskämper, der neben Erdbeeren (14 Hektar) in Spargel (fünf Hektar), Himbeeren (zwei) und Heidelbeeren (ein Hektar) macht. So im Juli ist der Verkauf vorbei - was nicht bedeuten soll, dass dann der Bauer auf der faulen Haut liegt. "Es handelt sich um intensive Sonderkulturen", beteuert Hülskämper.

Sein Mitarbeiter Necati Ahmet, gebürtiger Türke mit deutscher Staatsangehörigkeit, weiß viel über die Erdbeeren, die er hier verkauft. Rechts von ihm sind die Einjährigen, über die sich die Kundschaft zuerst hermacht. Links die Zweijährigen, die man nicht mit Kunststoff verhüllt hatte, "damit die später kommen".

Die Einjährigen, zeigt uns Necati Ahmet, wachsen auch größer. Kinderfaust-dick sozusagen, zu groß fast für kleine Schleckermäuler.


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