Fachwerk für den Bunker

So könnte die Bunker-Fassade nach der Vorstellung von Henry O. Meyer aufgewertet werden.
So könnte die Bunker-Fassade nach der Vorstellung von Henry O. Meyer aufgewertet werden.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Henry O. Meyer, Maurermeister und Hobbymaler aus Buer, griff nach der Lektüre der WAZ spontan zum Kohlestift und brachte seine Idee für das zukünftige Aussehen des Westerholter Bunkers zu Papier.

Gelsenkirchen-Buer/Westerholt..  Nach dem Abriss des Wohnteils ist der alte Bunker an der Kolpingstraße in Westerholt nicht mehr als ein hässlicher Betonklotz. Auch wenn die Arbeiten äußerst umsichtig und zur Zufriedenheit der Nachbarn abgelaufen sind (die WAZ berichtete): Zurückgeblieben ist eine Bauruine, über deren zukünftige Nutzung noch nichts bekannt ist. Wie zumindest die Fassade gestaltet werden könnte, darüber hat sich Henry O. Meyer aus Buer ein paar kreative Gedanken gemacht. Nach der Veröffentlichung in der WAZ griff der Hobby-Maler und ehemalige Maurermeister zum Kohlestift und entwarf auf dem Zeichenblock ein Fachwerk, das problemlos mit der historischen Umgebung Westerholts korrespondieren würde.

„Die Bürger dieser Gemeinde fanden die Fassade nicht besonders schön, was mich veranlasste, auch einmal über die Neugestaltung der Bunkerfassade nachzudenken“, sagt der 84-Jährige über seinen Entwurf, den er Heiligabend fertigstellte.

Der Clou seiner Idee ist: Nicht ein echtes und damit kostenaufwendiges Fachwerk soll vor die Fassade gestellt werden, sondern eine Konstruktion aus schwarz gestrichenen Betonstreben und weißen Kunststoffplatten. Ein konstruktives Vorgehen, das schon vielerorts verwirklicht worden sei und sich in der Baupraxis bewährt habe. Henry O. Meyer: „Die Verwendung von Beton und Kunststoff sorgt dafür, dass dieses Fachwerk praktisch nicht kaputt geht.“

Gewisser Abstand zum lüften

Das Fachwerk müsste mit einem gewissen Abstand fest mit der Fassade des Bunkers verankert werden, so dass zwischen der davor gesetzten Fläche und dem Bunker ein Spalt zur steten Belüftung entsteht. „Die hinterlüftete Fassade sorgt dafür, dass das Gebäude trocken bleibt und keine Feuchtigkeitsschäden entstehen“, ist Henry O. Meyer überzeugt, der sich in seinem Berufsleben schon mehrfach mit besonderen Formen der Fassadenverkleidung beschäftigt hat.

Ob seine Idee eine Chance auf Verwirklichung hat, muss sich jetzt zeigen.Die Zukunft des Gebäudes, errichtet Anfang der 1930er Jahre, gehört nicht der Stadt Herten, sondern befindet sich in der Hand der Bundesanstalt für Immobilienverwaltung in Dortmund. Dort hieß es vor den vergangenen Festtagen, dass die Bunkerwand in 2015 begutachtet werde. „Dann werden wir eine Entscheidung fällen“, ergänzte Fachbereichsleiterin Britta Stemick. Und die soll möglichst kostengünstig ausfallen. „Wir werden die Wand sicher nicht verklinkern. Wir müssen schließlich mit dem Geld der Steuerzahler umgehen“, so Britta Stemick weiter.

Wohntrakt entstand 1950

Der Wohntrakt, der jetzt abgerissen wurde, entstand um 1950 und war zunächst als Unterkunft für das Technische Hilfswerk (THW) gedacht. Bis Mitte 2009 waren die Wohnungen an einen Privatmann vermietet, der sie seinerseits untervermietet hatte. Der letzte Mieter zog 2010 aus.