Ewaldsee: Kein Lob für den RVR-Umbau in Gelsenkirchen

Die neuen Wege rund um den See sind zu breit, sagt Landschaftwächter Gerd Hawig.
Die neuen Wege rund um den See sind zu breit, sagt Landschaftwächter Gerd Hawig.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Landschaftbeirat sieht Aufforstung und Wegebau kritisch. Das entspreche eher dem Kriterium Wirtschaftswald, spiegele aber den Naturschutzgedanken nicht wieder. Befürchtet wird zur Zeit noch, dass durch die Baumaßnahmen Winterquartiere der Ringelnatter zerstört wurden.

„Katastrophal“ nannte Landschaftswächter Gerd Hawig die vom RVR durchgeführten Arbeiten rund um den Ewaldsee in der letzten Sitzung des Beirates bei der Unteren Landschaftsbehörde.

Kritik erntete der RVR vor allem für seine Rodungs- und Wiederaufforstungsmaßnahmen. „Da werden jetzt nur Buchen in Reihen gepflanzt“, sagt Hawig. Das entspreche eher dem Kriterium Wirtschaftswald, spiegele aber den Naturschutzgedanken nicht wieder.

Angelstege entfernt

Ähnlich skeptisch sieht Hawig die neue Wegeführung rund um den See. „Zu breit und zu weit entfernt vom Ufer“, sagt er. Natürlich sei es gut, dass die Masse an Angelstegen entfernt worden sei. Bei dieser Häufung hätten Tiere keine ruhigen Brutstätten gefunden.

Dass jetzt aber der neue, recht breite Weg keinen Zugang mehr zum See habe, kritisierte Hawig. Die Planungen des RVR, eine Aussichtsplattform zu bauen, auf denen Spaziergänger und Naturfreunde das Treiben am See beobachten können, hält er für nicht sinnvoll. „Wer stellt sich da denn hin“, fragt Hawig. Aus seiner Erfahrung als Landschaftswärter sei es notwendig, Bürger in die Natur zu lassen – sprich in diesem Fall: auch an einzelnen Stellen den Zugang zum Ufer des Sees zu erlauben. „Die Bürger schätzen die Natur, wenn sie reindürfen. Nicht, wenn sie ausgesperrt werden“.

Auch der Beiratsvorsitzende Michael Hamann wünschte sich für die Zukunft eine bessere ökologische Baubegleitung. Befürchtet wird zur Zeit noch, dass durch die Baumaßnahmen Winterquartiere der Ringelnatter zerstört wurden. Dazu soll jetzt vom RVR ein Monitoring beauftragt werden.