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Serie: Rund um den Hund

„Es sollte einfach funken“

19.08.2011 | 06:00 Uhr
„Es sollte einfach funken“
Der Hundetrainer, Tierpsychologe und Sachverständige Christian Hackl. Foto: Franz Meinert

Wenn der Mensch einen Hund sucht, mit dem er die nächsten Jahre seines Lebens verbringt, ist das eine Partnersuche der besonderen Art. Tiertrainer Christian Hackl gibt Tipps, wie die gelingt.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ – wer kennt ihn nicht, diesen Rat. Der gilt übrigens nicht nur für menschliche Beziehungen, sondern auch für die Wahl eines tierischen Lebensgefährten. Auch an einen Hund bindet man sich in der Regel ein ganzes Leben. Zumindest ein Hundeleben lang. Aus diesem Grunde sollte die Wahl gut überdacht sein.

Und dennoch, Gefühle spielen natürlich auch eine wichtige Rolle. „Es sollte peng machen“, weiß Tierpsychologe Christian Hackl. „Zwischen Hund und Herrchen beziehungsweise Frauchen in spe sollte es einfach funken.“

Nun weiß man in der Regel über die eigenen Gefühle Bescheid, der Hund aber teilt sich weniger verständlich mit. „Das merkt man schon“, beruhigt Christian Hackl, der unter anderem die Hunde im Gelsenkirchener Tierheim trainiert und dort ein besonderes System für eine gelungene Partnersuche einführte. Denn alle Hunde werden zunächst auf ihren Charakter geprüft. Der ist neben der Rasse ein ausschlaggebender Punkt, wenn Mensch und Tier zusammen finden sollen.

„Menschen, die zum ersten Mal einen Hund bekommen, sollten sich auf jeden Fall Rat vom Experten holen“, rät der Tierpsychologe. „Ansonsten ist es wichtig, sich erst einmal darüber klar zu werden, wie man selbst lebt und welcher Hund in den eigenen Alltag integriert werden kann.“

So sollte zum Beispiel ein Jagdhund auch jagdlich geführt werden. In einer Stadtwohnung mit nur wenig Auslauf am Tag werde dieser Hund nicht auf Dauer glücklich sein.

Wenn man ein Tier ins Auge gefasst hat, rät der Hundetrainer zur vorsichtigen Kontaktaufnahme. „Es ist ratsam, den Hund zunächst ein paar Mal auszuführen. Wenn das gut läuft, holt man das Tier auf Probe zu sich. Da kann man dann auf Herz und Nieren prüfen, ob es zu einem passt.“

All diese Ratschläge des Fachmanns Christian Hackl beziehen sich auf einen älteren Hund, den man aus einem Tierheim holt. Möchte man einen Welpen, ist die Partnersuche noch schwieriger. Denn süß sind sie ja alle.

„Da spielt der Niedlichkeitsfaktor eine große Rolle. Und man lässt sich schnell beeinflussen.“ Alleine könne man einen jungen Hund kaum richtig beurteilen. „Seriöse Züchter führen Gespräche mit dem Interessenten und beraten, welches Tier geeignet sein könnte.“

So kompliziert sich das alles anhört, eigentlich sollte man ganz entspannt an die Partnersuche herangehen, rät Christian Hackl. Denn die Harmonie zwischen Mensch und Hund kommt mit der Zeit. „Irgendwann ist es soweit, dann findet man eigene Charakterzüge in seinem Hund wieder.“

Denn so ist das in den guten Beziehungen: Man nähert sich an und lässt sich aufeinander ein. Und kann sich dann nur noch schlecht trennen.

Kira Schmidt



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