Erziehungsberatung jetzt im Linden-Karree in Buer

Wollen Kinder auffangen, nicht nur mit dem Schwungtuch im Motopädie-Raum am neuen Standort: die Fachkräfte der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern im Linden-Karree in Buer.
Wollen Kinder auffangen, nicht nur mit dem Schwungtuch im Motopädie-Raum am neuen Standort: die Fachkräfte der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern im Linden-Karree in Buer.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Seit 1982 gibt es eine Städtische Erziehungsberatung in Buer, nun ist sie umgezogen: Vom St.-Urbanus-Platz ins alte Karstadt-/Hertie-Haus – dem Linden-Karree an der Hochstraße. Das bewährte Angebot bleibt, aber in komfortableren Räumen.

Gelenkirchen-Buer..  Wutanfälle, Entwicklungsverzögerungen, Leistungsabfall in der Schule: Probleme mit Kindern zu lösen, kann einem anstrengenden Bergaufstieg gleich kommen. Welch gutes Omen, dass da die Städtische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Buer nun per Aufzug erreichbar ist – seit dem Umzug ins Linden-Karree an der Hochstraße, unmittelbar neben der Stadtteilbibliothek im zweiten Obergeschoss.

Obwohl die zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Fachrichtungen an ihrem neuen Standort nur 20 Quadratmeter mehr Fläche zur Verfügung haben, wirken die Räumlichkeiten großzügiger und heller als die am St.-Urbanus-Kirchplatz. „Es fühlt sich nach mehr Platz an als die 440 Quadratmeter, die wir tatsächlich haben“, meint Motopädin und Lern-Therapeutin Uta Ischinsky, die an der Domplatte 21 Jahre lang Familien und Kinder betreute: in einem Altbau mit Treppen im ersten Obergeschoss, was für Eltern mit Kinderwagen oder Mobilitätseingeschränkte ein Problem war.

Schwungtuch im Motopädie-Raum

Besonders begeistert ist sie von „ihrem“ Motopädie-Raum, in dem ein knallgrünes Schwungtuch von Wand zu Wand gespannt ist. „Das gab’s zwar auch vorher. Toll ist aber, dass wir es nun in der Höhe verstellen können. Wenn wir ein Netz darüber befestigen, können Kinder darauf ihr Gleichgewicht trainieren und wissen: Ich werde aufgefangen.“ Gerade bei Lernschwierigkeiten setzt sie auf Bewegung, etwa um Subtrahieren durch Rückwärtslaufen körperlich erfahrbar zu machen. Darüber hinaus bietet sie eine Beratung für die Eltern von Schreibabys an, wie alle Angebote der Einrichtung kostenlos, Schweigepflicht inklusive.

„Deshalb hat jeder Mitarbeiter ein eigenes Büro, um den Datenschutz zu gewährleisten; Kollegen mit einer halben Stelle teilen sich ein Büro“, so Wolfgang Schreck, Leiter der Beratungsstellen Nord und Süd (an der Rotthauser Straße) und nun auch kommissarischer Leiter des Jugendamtes.

Kurzfristige Hilfe

Ortsunkundige könnten sich fast verlaufen in dem Gewirr von Türen auf dem langen Flur mit seinen acht Büros, der Küche, dem neuen Kinder-WC und dem liebevoll ausgestatteten Spielzimmer; es erinnert an einen Gruppenraum im Kindergarten mit seiner Kinderküche, dem Kaufladen, den Puppen, Bällen, Büchern und der Kuschelecke. Auch im Wartezimmer für Kinder stapeln sich Spiele, Bücher und Bausteine.

Das Angebot der Beratungsstelle richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder und Jugendliche in Not; „diese können auch selbst zu uns kommen“, so Schreck. Ob es nun um Fragen der Erziehung, des Miteinanders, um Ängste, kognitive, psychische oder motorische Entwicklung geht, um Probleme in der Schule oder durch eine Trennung oder Scheidung der Eltern: „Wir beraten, informieren, unterstützen, klären, begleiten und therapieren“, umreißt Schreck das Angebot. Es reicht von kurzen Beratungen mit bis zu fünf Terminen bis hin zu mehrmonatigen Hilfen, etwa bei einer Familientherapie. In Buer arbeiten zehn Kräfte der Fachrichtungen Psychologie, Sozialarbeit, Sozial- und Heilpädagogik sowie Motopädie in Teams zusammen.