Erfolgreiche Sprengung
10.08.2008 | 18:29 Uhr 2008-08-10T18:29:00+0200
Um 12.20 Uhr sackten die Türme in sich zusammen. Verantwortliche waren mit dem Verlauf zufrieden. Defekter Zünder sorgte für zehnminütige Verspätung
Man hätte sich einen besseren Rahmen vorstellen können – etwas trockener und wärmer vielleicht. Stattdessen fieberten Hunderte von Schaulustigen dem Spektakel im strömenden Regen entgegen. Und das alles für einen einzigen kurzen Moment: Nur wenige Sekunden vergingen, bis die beiden riesigen Kühltürme in sich zusammengefallen waren. Doch das nasskalte Wetter hatte auch seine Vorteile. Denn kurze Zeit nach der Sprengung war die entstandene Staubwolke bereits verzogen und machte den Blick frei auf das, was von den Anlagen noch übrig blieb: jede Menge Schutt und ein kleines Stück Wand des äußeren Turms.
„Das war auf jeden Fall beeindruckend”, sagte Dominik Neupert, der an der Kirchhellenstraße wohnt und zu denjenigen gehört, die ihre Häuser aus Sicherheitsgründen räumen mussten. „Der laute Knall hat mich etwas erschreckt. Ich finde, er kam ein ziemlich unerwartet”, ergänzte Neupert. Das dachten wohl viele der rund 450 Besucher auf der benachbarten Bergenhalde sowie eine ganze Reihe weiterer Schaulustiger, die sich entlang der umliegenden Straßen eingefunden hatten. Denn um 12.10 Uhr – der Zeitpunkt, für den noch wenige Augenblicke zuvor die Sprengung angekündigt worden war – passierte erst einmal nichts. Erst weitere zehn Minuten später die Erlösung: ein lauter Knall, kurz darauf noch einer, und die beiden Türme sackten in sich zusammen. Sofort bildete sich eine Staubwolke, die aufgrund des starken Regenfalls jedoch schnell wieder verflogen war.
Überhaupt spielte das Wetter gestern eine nicht unerhebliche Rolle. Denn auch für die zehnminütige Verzögerung der Sprengung war die Witterung verantwortlich. „Durch die extreme Feuchtigkeit ist einer der Zünder ausgefallen”, erklärte Sprengmeister Martin Hopfe. Den Zünder habe man daraufhin ausgetauscht. Die kleine Verspätung war dann aber auch der einzige Zwischenfall. „Wir haben ein ordentliches Ergebnis”, lautete daher Hopfes Fazit. „Wir sind zufrieden, dass wir schadenfrei sprengen konnten.”
Nicht wenige wunderten sich aber ebenso darüber, dass ein Teil der Wand des äußeren Kühlturms stehen blieb. Doch auch hierfür hatte Sprengmeister Hopfe die passende Antwort: „Der Turm ist an der Sollbruchstelle abgerissen. Das ist so in Ordnung.” Alles andere sei nicht beeinflussbar.
Abgesehen von der Sprengung selbst war das gesamte Ereignis weitgehend hervorragend organisiert. Die Evakuierung der Anwohner sei problemlos verlaufen, betonte Eon-Mitarbeiter Elmar Müller. Und weil Kraftwerksbetreiber Eon die Betroffenen schon frühzeitig über die Maßnahmen informiert hatte, herrschte viel Verständnis. „Dass wir evakuiert wurden, ärgert uns überhaupt nicht”, sagte beispielsweise Margret Müller, die an der Kirchhellenstraße wohnt. Und mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu: „Ich hoffe, dass unser Haus ganz bleibt.”
Auch der Transport der Besucher zur Halde mit Shuttlebussen funktionierte einwandfrei. Allenfalls das etwas zu klein geratene Aufenthaltszelt brachte vereinzelte Unmuts-äußerungen hervor.
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