Eon-Kraftwerk in Scholven stößt pro Jahr 125 Kilo Quecksilber aus

Das Eon-Steinkohle-Kraftwerk in Scholven gehört zu den größten Quecksilber-Emittenten der Republik.
Das Eon-Steinkohle-Kraftwerk in Scholven gehört zu den größten Quecksilber-Emittenten der Republik.
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
BUND-Expertin Claudia Baitinger warnt vor Giftstoffen in den Böden. Laut einer neuen Studie könnten andere Filter diese Zeitbombe entschärfen.

Gelsenkirchen.. 125 Kilogramm Quecksilber pro Jahr emittiert das Eon-Kohlekraftwerk in Scholven. Damit gehört es zu den „größten Dreckschleudern der Republik“, wie Claudia Baitinger“, Sprecherin des Landesarbeitskreises Technischer Umweltschutz beim BUND, betont. Die Zahlen stammen aus einem Gutachten des Hamburger Instituts für Ökologie und Politik, das im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion erstellt wurde.

Umwelt Laut dieser Studie liegt Scholven auf Platz neun. Bundesweit sind 16 Braunkohlekraftwerke und 37 Steinkohlemeiler am Netz. Zum Vergleich: Voerde emittiert 71,1 Kilogramm Quecksilber, Walsum 70,5 Kilogramm pro Jahr.

Katastrophale Langzeitwirkungen

Die größte Gefahr der Quecksilber-Emissionen sieht Claudia Baitinger in den Böden. „Keiner redet darüber, was in den Böden gespeichert ist“, schimpft sie. „Die Langzeitwirkungen sind katastrophal“, so Baitinger. Dort ticke eine gesundheitsschädliche Zeitbombe.

Bekannt ist seit langem, das Quecksilber bei Säuglingen und Kleinkindern zu Gehirnschäden führen kann. Zusätzlich kann das Schwermetall auch bei Erwachsenen krebserregend und nervenschädigend sein.

Ausstoß reduzieren

„85 Prozent der Quecksilberemissionen hätten durch quecksilberspezifische Techniken vermieden werden können“, schreibt einer der Autoren der Studie. „Es ist technisch möglich, den Quecksilberausstoß von Kohlekraftwerken zu reduzieren, das muss endlich passieren. Alles andere ist gesundheits- und umweltpolitisch grob fahrlässig“, sagte der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. Moderne und effiziente Filtertechniken fordert auch der BUND.