Engelsgleicher Gesang erfüllt die Thomaskirche

Der Farnham Youth Choir gab in der Thomaskirche ein Benefizkonzert zugunsten der Arche Noah.
Der Farnham Youth Choir gab in der Thomaskirche ein Benefizkonzert zugunsten der Arche Noah.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Erler Thomaskirche gastierten die 37 jungen Sänger für ein Benefizkonzert zugunsten des Kinderhospizes Arche Noah.

Gelsenkirchen-Erle.  . Für ein Benefizkonzert zugunsten des Kinderhospizes Arche Noah gastierte der „Farnham Youth Choir“ in der Erler Thomaskirche. Der „European Choir Games“ wegen waren die 37 Sänger zuvor in Magdeburg gewesen, wo man gleich zwei Goldmedaillen hatte gewinnen können. Doch trotz solch hochkarätigen Besuches mit Seltenheitswert fanden nur wenige Gäste den Weg in die Kirche.

Den Auftakt gestalteten die Mädchen und Jungen unter der Leitung von David Victor-Smith mit dem „Ave Maria“ von Guilio Caccini. Singend zog der Chor in die Kirche ein und zeigte sich sogleich entsetzt über die wenigen Gäste. Doch die beglückte der Chor mit seinem engelsgleichen Gesang, ergreifend, schlicht großartig. Darauf folgte einer der Wettbewerbsbeiträge, „Adoramus Te, Christe“ von Orlando di Lasso. Dies sang der Chor a-cappella und mehrstimmig mit einer solchen klanglichen Fülle, dass man schier begeistert sein musste.

Auf dem Programm stand auch das „Stabat Mater“ von Pergolesi. Dessen „Quando Morietur“ war ergreifend und hoch emotional, mit einem Ausdruck, der seines Gleichen sucht. Alle Töne waren perfekt angelegt, alle Stimmen fügten sich zu einer überwältigenden Einheit. Das „Amen“ war heiter, kraftvoll und energisch.

Selten gehörte Kompositionen

Besonders schön beim Gastspiel des Chores aus Surrey war, dass viele englische Kompositionen auf dem Programmzettel zu finden waren, die man hier selten hört. So sang der Chor Auszüge aus der „Missa Brevis“ von Benjamin Britten. Dessen „Gloria“ war expressiv, hochkarätig, mit kleinen Soli, die die individuellen Qualitäten der jungen Damen erahnen ließen. Das „Agnus Dei“ war spannungsvoll mit dramatischen Spitzen, sich steigernd in Intensität und Ausdruck.

Ebenso gab es weltliche englischsprachige Literatur zu hören. Mit „The Water of Tyne“ gehörte dazu sogar ein Folksong von berührender Emotionalität, lieblich, lyrisch, einfach Balsam für die Seele. Und mit „Ain’t Misbehavin’“ präsentierten sich die Sänger jugendlich und leicht. Diese Swingnummer zeichnete sich durch besonderen Charme aus, die Mädchen und Jungs strahlten förmlich und boten so einen Hochgenuss für Ohren und Augen.

Mit kleiner Choreographie

Das traditionelle englische Geschichtsbewusstsein übrigens kam auch nicht zu kurz. Für dies stand „De Bello Gallico“ von Erica Budai. Die Sänger schnipsten zu ihrem a-cappella Gesang der rhythmisch und ausdrucksstark war, lieferten eine kleine Choreographie dazu, mit der sie die Energie unterstrichen. Zum letzten Ton gab es dann sogar eine gestische Kampfansage – großartig!