„Endlich läuteten wieder die Glocken“

Hier die Erleichterung über das Ende der schrecklichen Luftangriffe, dort die Sorge um den Vater: Carl Heinrich Lueg war als 13-jähriger Junge wie so viele zu Kriegsende hin- und hergerissen.

„Mein Vater war 1945 von den Amerikanern in Frankreich gefangen genommen worden; erst 1946 wurde er freigelassen. So war die Stimmung bei uns zu Hause bis dahin recht gedrückt“, erinnert sich der 83-Jährige.

Dass viele Familien Söhne, Ehemänner und Väter verloren hatten; dass der Verbleib vieler junger Frauen, die zum Reichsarbeitsdienst einberufen worden waren, ungewiss war – ebenso wie das Schicksal zahlreicher Mädchen und Jungen in so genannten Kinderlandverschickungs-Lagern: All das war dem 13-Jährigen damals sehr wohl bewusst. „Es dürfte in Resse kaum eine Familie gegeben haben, die nicht in irgendeiner Form in solche Schicksale verwickelt war.“

Woran sich der gläubige Katholik damals festhielt, war sein Glaube: „Endlich läuteten wieder die Glocken; endlich durften sich die Menschen zu ihrem Glauben öffentlich bekennen, ohne fürchten zu müssen, dass sie bespitzelt wurden.“

Keine Schikane mehr

So war es denn für den jungen Carl Heinrich wie eine Befreiung, „dass ich mich als kleiner Pimpf (ohne Uniform) nicht länger von bornierten HJ-Führern schikanieren lassen musste.“