Einzelhandel am Dom auf gutem Weg
03.01.2012 | 17:48 Uhr 2012-01-03T17:48:00+0100
Buer. Rund um die St.-Urbanus-Kirche Buer siedeln sich immer mehr Geschäfte an, die Zahl der Leerstände nimmt ab. Immobilienbesitzer und Händler sehen den Einzelhandel dort deshalb auf gutem Weg, wenn auch die Frequenz es nicht mit der Hochstraße aufnehmen kann.
Totgesagte leben länger – und wie: Immer mehr Geschäfte siedeln sich auf der Domplatte an, die Zahl der Leerstände nimmt 2012 weiter ab. Also Ende gut, Einzelhandel gut? Ganz so euphorisch deuten nicht alle Kunden Branchenmix und Frequenz rund um den St.-Urbanus-Kirchplatz, auch Werbegemeinschaft und Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Domplatte sehen noch Optimierungsbedarf. Aber ein großes Stück des Weges in Richtung Belebung, es ist geschafft, meint nicht nur der Einzelhandelsverband.
Ob nun das Reisebüro Mengede am Russellplatz, der Haarpflegeprodukt-Handel Haarprofi in der Marientor-Passage oder das Sportartikel-Fachgeschäft Sport 11 an der Hagenstraße: Allein in den vergangenen drei Monaten haben sich drei Inhaber geführte Geschäfte angesiedelt, im Februar soll Damenmode Corinna folgen. Leer stehen nur noch zwei Ladenlokale am Russellplatz – ein „Riesenquantensprung“ für den Einzelhandel an der Domplatte, findet Markus Richter, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Westfalen-West.
„Dass die Leerstände zurückgehen, zeigt, wie sehr die Kunden und Unternehmen den Einzelhandelsstandort annehmen. Zur Belebung trägt aber auch die Tiefgarage bei. Viele Kunden nutzen sie als Start- und Endpunkt ihres Einkaufs, davon profitiert nicht nur die Domplatte.
Restaurants und Kneipen, Friseur, Spielwaren, Lebensmittel-Vollsortimenter, Apotheke, exklusive Damen- und Kinderbekleidung, Lederwaren: Dieser „gelungene Branchenmix“ (Richter) funktioniere, davon ist auch ISG-Sprecher Dr. Siegbert Panteleit überzeugt – und macht gar Aufbruchstimmung unter den Immobilien-Eigentümern und Händlern aus.
„Die starke inhabergeführte Struktur des Einzelhandels wirkt sich positiv auf das Engagement vor Ort aus. Filialisten haben kein Interesse daran, einen Standort voranzubringen, private Geschäftsleute sehr wohl“, so Panteleit. Hans Klare, einer der zwei Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Buer, freut sich, „dass der gesamte buersche Einzelhandel von der Belebung der Domplatte profitiert“.
Dass es die Kundenfrequenz um die Kirche längst nicht mit der auf der oberen Hochstraße aufnehmen kann, dessen sind sich jedoch Klare und Panteleit bewusst. „Es braucht Zeit, bis die Kunden die Domplatte wieder für sich entdecken. In manchen Köpfen steckt noch immer der alte Eindruck von Unattraktivität drin.“
In der Tat, wie eine Zufalls-Umfrage der WAZ ergeben hat: „Für mich ist der Bereich Domplatte immer noch eine graue Zone. Der Rewe wertet ihn zwar auf, aber die anderen Geschäfte sind nichts für mich“, sagt Hannah Bottermann (21). Anne Kanngießer lobt wie Georg Kraiczi und Maria Aberg, dass sich das Einkaufsangebot „erheblich verbessert“ habe, letztere vermisst aber das alte Domcafé.
Und die Geschäftsleute selbst? Zumindest die zwei von der WAZ befragten Inhaber profitieren von mehr Laufkundschaft: „Die Tendenz ist sehr gut“, sagt Kristina Vogelsang (Doro Decker), während Georgios Vavas (Restaurant Pandossia) sein Umsatzplus auf 5 Prozent schätzt. „Es gibt wieder mehr Geschäfte, mehr Kunden, alles ist sauberer. Ich hoffe, es wird noch besser.“
12:44
Dann können ja endlich wieder die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ausschwärmen, um mit dem Maßband die Freiluftstände zurecht zu rücken. Somit wäre dann der letzte Rest Gemütlichkeit von der Domplatte verbannt.
Und noch eine Bitte an die "Werbegemeinschaft" Buer: "Haltet Euch bitte zukünftig zurück ! Durch Eure miesen Machenschaften im Hintergrund hab Ihr Euch bislang als Totengräber des Einzelhandels in Buer bewiesen."
12:38
Dann wirds ja wieder Zeit, dass zur warmen Jahreszeit die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ausschwärmen, um mit dem Maßband die Freiluftstände zurecht zu rücken. Damit auch der letzte Rest von Gemütlichkeit von der Domplatte verbannt wird.
Und noch eine Bitte an die "Werbegemeinschaft" Buer: "Haltet Euch bitte zurück. Durch Eure miesen Machenschaften im Hintergrund habt Ihr Euch bislang als Totengräber des Einzelhandels in Buer bewiesen."