Einsatz für Chancengleichheit
10.04.2008 | 17:41 Uhr 2008-04-10T17:41:00+0200
Das NRW-Schulministerium hat das Eduard-Spranger-Berufskolleg mit einem Gütesiegel ausgezeichnet, weil es durch individuelle Förderung gegen Benachteiligungen vorgeht, die das Schulsystem mit sich bringt.
Das Eduard-Spranger-Berufskolleg wurde jetzt in Düsseldorf von NRW-Schulministerin Barbara Sommer mit dem „Gütesiegel individuelle Förderung” ausgezeichnet. Das Kolleg in Buer war dabei eine von 43 nordrhein-westfälischen Schulen. Insgesamt tragen 140 an Rhein und Ruhr diese Auszeichnung.
Das Schulsystem hierzulande ist marode und nach wie vor von mangelnder Chancengleichheit geprägt. Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Elternhäusern sind und bleiben benachteiligt. Zuletzt stellte kritisierte das die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem aktuell vorgelegten Deutschlandbericht.
Mit dem „Gütesiegel individuelle Förderung” will das Ministerium Schulen Anreize dafür geben, sich individuell mit den Themen Lernschwierigkeiten, besondere Begabungen, Schulmüdigkeit, Früh-, Migranten-, Jungen- und Mädchenförderung auseinanderzusetzen.
Das mit 2000 Schülern, 83 Lehrern und sehr verschiedenen Abschlussmöglichkeiten eher große Eduard-Spranger-Berufskolleg wurde vier Stunden von einer Kommission geprüft und für gut befunden. „Wir erklären unseren Schülern: Wir wollen nicht nicht eure Defizite auftun, sondern eure Leistungen fördern”, sagt Rektor Hans-Georg Katzmarzik (62). Mit Hilfe einer internen Lernstandserhebung ermittelt die Schule, wer in welchem Fach Förderbedarf hat. In den Förderstunden sitzen dann starke und schwache Schüler gemeinsam – über unterschiedlichen Aufgaben. „Niemand wird ausgegrenzt”, sagt Katzmarzik. Schulmüdigkeit werde durch immer neue Aktionen jenseits des Unterrichts und das Vorgehen gegen Gewalt verhindert.
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