Eine große Gaudi
15.02.2010 | 18:51 Uhr 2010-02-15T18:51:00+0100
„Karneval der Kulturen“, hieß es am Rosenmontag in den Werkstätten an der Braukämperstraße. Hier feierten über 600 Mitarbeiter mit Behinderung und dazu 120 Betreuer den Höhepunkt der fünften Jahreszeit.
„Viele freudige Gesichter strahlen dem Besucher unter den unterschiedlichsten Narrenkappen entgegen. Denn beinahe jeder hier trägt ein Kostüm, hat sich für den großen Tag fein heraus geputzt, zu Hause genäht und gebastelt. Vom Scheich über den Arzt bis zum Clown reicht das Spektrum der kostümierten Jecken.
Und dazwischen treiben sich Prinz Oliver I und Prinzessin Susi I um. Sie sind das hauseigene Prinzenpaar und damit die närrischen Köpfe des Karnevals in den Gelsenkirchener Werkstätten. Für sie stehen an einem großen Tisch zwei Throne bereit und daneben ist Platz für den Elferrat. Doch den hat es schon lang nicht mehr auf den Stühlen gehalten. „Unsere Mitarbeiter haben keine Ruhe zu sitzen“, so Gruppenleiterin Marianne Gers ob der Tanzlust der Menschen mit Handicap.
Gleich mehrere Höhepunkte standen auf dem Programm. So wurde das schönste Kostüm prämiert, und der eigene Chor der Werkstätten trug mit einigen Stücken zur guten Laune bei. Immer wieder bot eine Disco den Mitarbeitern mit Behinderung viel Gelegenheit, das Tanzbein zu schwingen. Besonders toll war für die Jecken von der Braukämper- straße aber natürlich der Besuch beider Prinzenpaare, des Kinderprinzenpaars und des Stadtprinzenpaars.
Schon bahnen sich Betreuer ihren Weg durch die tanzende Schar. Sie sorgen für den Mittagsimbiss. Nicht mehr lange, dann ist die große Gaudi auch vorbei. Um 12.30 Uhr fahren Busse die Mitarbeiter mit Behinderung wie immer nach Hause. „Das reicht dann auch für unsere Mitarbeiter. Die haben dann ausgelassen vier Stunden Karneval gefeiert. Und für sie ist das anstrengend.“
„Diese bunte Rosenmontagsfeier machen wir schon, seitdem es unsere Werkstätten gibt“, freut sich Gruppenleiterin Marianne Gers. Und das sind immerhin auch schon 43 Jahre.
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