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Ein Leben im Stall

27.08.2007 | 00:58 Uhr

Neben seiner Haupttätigkeit, der Milchproduktion, mästet der Hof Drießen auch Schweine.Alle viereinhalb Monate kommen und gehen 154 Tiere. 90 Kilo Gewicht werden den Ferkeln angefüttert

Zwischen Getreideernte im Juli und Maisernte im September kann der Hof Drießen im August ein wenig durchatmen. Zeit für den Bauernkalender, sich der Schweinemast zuzuwenden: 462 Schweine mästet der Resser Hof in seinem rund 500 qm großen Schweinestall.

In drei Abteilungen sind je 154 Tiere untergebracht. Eine Abteilung zählt 14 Buchten mit je elf Schweinen. Das entspricht rund einem Quadratmeter pro Tier, gesetzlich vorgeschrieben sind 0,7 qm. Viereinhalb Monate leben die Tiere auf dem Hof Drießen: Als 30 Kilo leichtes Ferkel kommt das Masttier im Alter von zehn bis zwölf Wochen an, als 120 Kilo schweres Schwein verlässt es den Resser Hof wieder.

Dazwischen werden eben 90 Kilo angefüttert, erläutert Landwirt Klaus Drießen. Die ersten 14 Tage erhalten die Ferkel Trockenfutter, danach gibt es Flüssigfutter. Gefüttert wird Schweinemehl, das zu 80 % aus Getreide und zu 20 % aus Mineralstoffen und Soja besteht. Dreimal täglich fließt das Flüssigfutter - gesteuert von einem Computer - durch ein Leitungsnetz in die Futtertröge. Zuvor wird das Schweinemehl aus einem Silo gezogen und in einem Anmischbehälter mit Wasser versetzt. Zusätzlich wird den Tieren in ihren Buchten an Selbsttränken Wasser angeboten.

Auf diese Weise nehmen die Schweine rund 700 Gramm pro Tag zu. Anders ausgedrückt: Drei Kilo Futter werden benötigt, damit das Schwein ein Kilo Fleisch ansetzt. Um ein Schwein auf 120 Kilo zu mästen, muss Drießen 270 Kilo Futter einsetzen.

Der Stall selbst wird ständig beheizt und auf 22° gehalten. "Damit die Tiere keine Energie für ihre Körpertemperatur verbrauchen und sich, zum Schutz vor Kälte, auch keine Fettschicht zulegen", so der Resser Landwirt.

Nach viereinhalb Monaten werden die Schweine an die Großschlachterei Barfuss nach Erkenschwick verkauft. Was er für ein Tier bekommt, erfährt Drießen erst im nachhinein an Hand einer komplizierten Abrechnung, in der von Lebend- und Schlachtgewicht, Unter- und Überschreitungen mit möglichen Strafabzügen, Mager- und Fettanteilen die Rede ist. Im Schnitt verkauft Drießen ein Schwein für 146 E. Zieht man die Ferkelkosten von 56 E, Futterkosten von 67,50 E sowie Kosten für Heizung, Desinfektion, Wasser, Strom, Bestandskontrolle und Tierarzt (der alle drei Monate kommt) in Höhe von 7 E ab, verbleibt dem Hof Drießen pro Schwein ein "Verdienst" von 16,50 E.

Noch nicht berechnet seien die Abschreibung auf den Stall, sein Arbeitseinsatz und Steuern. Drießen optimistisch: "Wir hoffen halt, da wir die Infrastruktur zur Zucht vorhalten, auf bessere Zeiten." Der Verbraucher sei jedenfalls im Moment nicht bereit, höhere Preise zu zahlen.

Von Georg Meinert

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