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Ein langer Atem nötig

03.02.2010 | 06:02 Uhr

Eine Informationsveranstaltung auf der Zeche Westerholt setzte die Bürger über den Stand der Dinge auf dem werksgelände in Kenntnis.

„Wer Bergbau betreibt, benötigt einen langen Atem. So ist das auch nach der Kohle mit solchen Flächen”, erklärte Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien, am Montag vielen interessierten Bürgern in der Lohnhalle der Zeche Westerholt, warum sich augenscheinlich auf dem Gelände nicht viel tut. Zu zeigen, dass dem nicht so ist, war das Anliegen der Akteure des integrierten interkommunalen Handlungskonzeptes.

Allerdings, während die Planungsverfahren bereits angelaufen sind, ist das Gesamtvolumen der Förderung weiter unklar. „Über das Gesamtvolumen muss noch gesprochen werden in Anbetracht der Finanzlage beider Städte”, spielte Volker Lindner, Baurat der Stadt Herten, auf die vorgeschriebene Eigenbeteiligung von zwanzig Prozent an. Und die gilt es im Haushaltsentwurf unterzubringen. „Ich gehe davon aus, dass es eine Förderung geben wird”, zeigte sich Michael von der Mühlen, Stadtdirektor von Gelsenkirchen, optimistisch. „Aber jetzt zu sagen, in welchem Umfang das sein wird, wäre unseriös.”

An den Projektinhalten soll aber in jedem Fall festgehalten werden. „Wir können hier doch keine Werte vernichten”, betonte Hans-Peter Noll eindrücklich, dass auch die RAG Montan Immobilien am Erhalt vieler Gebäude interessiert sei. „Wir müssen allerdings sehr sensibel damit umgehen. Und wir können sicher nicht auf jeden Wunsch eingehen”, sagte er im Hinblick auf das eine oder andere Projekt.

Denn häufig hapert es am Ende am Geld. Das macht auch Volker Linder Sorgen, der kürzlich auf Anordnung des Landeskonservators Schacht 3 und den Wagenumlauf mitsamt der enthaltenen Technik vorläufig unter Schutz stellte. Über den endgültigen Schutz hat der Stadtrat noch zu entscheiden. „Durch den Erhalt der Technik ist die kommerzielle Nutzung des Gebäudes schwierig.” Theoretisch wäre eine museale Nutzung denkbar. „Aber das kann die Stadt Herten nicht”, so Lindner. Derzeit werden von Hertener Seite aus Gespräche mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und dem Land NRW geführt.

Kira Schmidt

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