Ein ganz besonderer Namenstag
09.01.2008 | 18:00 Uhr 2008-01-09T18:00:00+0100
Im Dezember 1997 verstarb der Künstler Alfred Schmidt, der viele Jahre in Buer gelebt und gearbeitet hatte (die WAZ berichtete). Ihm zu Ehren wurde im Januar 1998 das Künstlerhaus auf dem Gelände der Zeche Bergmannsglück in Alfred-Schmidt-Haus umbenannt.
Und dieses Jubiläum wird am heutigen Donnerstag ab 19 Uhr in der Galerie des Hauses an der Bergmannsglückstraße 42 gefeiert. Dass 1983 an diesem Ort das Künstlerhaus von Alfred Schmidt und seiner Familie entstand, war ein gücklicher Zufall, erzählt Monika Schmidt-Brockmann, die sich seit Schmidts Tod gemeinsam mit Tochter Kira um seinen Nachlass kümmert: „Wir waren damals auf der Suche nach einem geeigneten Ort, um ein Künstlerhaus einzurichten – und da wir in Marl wohnten und oft nach Buer fuhren, kamen wir regelmäßig hier an der Zeche Bergmannsglück vorbei. Irgendwann fiel uns auf, dass dieses Haus hier auf dem Gelände leer stand. Das erschien einfach perfekt, denn wir wollten ja unbedingt in der Nähe einer Zeche wohnen. Und diese hier, nun ja, das war zwar keine 'lebende' Zeche mehr, aber noch eine sehr lebendige. Wir haben einfach mal bei der Ruhrkohle-AG nachgefragt – und durften wenig später schon einziehen.”
Zuvor hatten hier Gastarbeiter aus Jugoslawien gewohnt – doch die waren schon vor Jahren ausgezogen. Mit dem Einzug der Familie Schmidt wurde das Haus zum Künstlerhaus – bis unter das Dach stapeln sich die Kunstwerke von Familienmitgliedern und Freunden bis heute.
Im Dezember 1997 kam der Wendepunkt – mit dem plötzlichen Tod von Alfred Schmidt. „Schon direkt nach der Beerdigung fassten wir beide den Entschluss, dass es hier genau so weitergehen soll wie bisher”, sagt Kira Schmidt, die damals 17 Jahre alt war. „Das war gar keine Frage.” Einen Namen hatte das Haus bis zu diesem Punkt allerdings noch nicht. „Erst, als bei einer Veranstaltung in Lünen ein Bergmann zu mir sagte: 'Sie wohnen also in dem Alfred-Schmidt-Haus', da kam mir die Idee, es so zu benennen”, erklärt Monika Schmidt-Brockmann.
Die aktuelle Ausstellung in der Alfred-Schmidt-Galerie, die heute Abend eröffnet wird, erzählt von den einzelnen Stationen, die dem Entschluss folgten. Fotos von dem legendären „Friedensfest” von 1999 sind ebenso dabei wie Illustrationen, die Monika Schmidt-Brockmann für ein Kinderbuch anfertigte und aktuelle Bilder, die Kira Schmidt mit ihrem Fotohandy festgehalten hat. „Das Highlight der Ausstellung ist aber sicherlich das Telefonbild”, sagen beide und zeigen ein großes Plakat, auf dem nicht nur ein von Alfred Schmidt gezeichneter Bergmann zu sehen ist – auch viele Namen und Telefonnummern sind zu erkennen. „Immer, wenn mein Mann telefonierte und kein Papier für Notizen zur Hand hatte, hat er einfach auf das Bild geschrieben”, so Monika Schmidt-Brockmann. So hat Alfred Schmidt hier bis heute seine ganz persönliche Handschrift hinterlassen.
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