Ein buntes Fest der Inklusion des Werkvereins

Der Don Bosco Club aus Essen stand beim Sommerfest des Werkvereins boxend und tanzend auf der Bühne.
Der Don Bosco Club aus Essen stand beim Sommerfest des Werkvereins boxend und tanzend auf der Bühne.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf dem Gelände der Gelsenkirchener Werkstätten an der Braukämperstraße wurde am Sonntag gemeinsam gefeiert. Das Bühnenprogramm gestalteten die Beschäftigten der Werkstätten ebenso mit, wie die zahlreichen Stände und die Bewirtung.

Gelsenkirchen-Beckhausen.  . „Mendocino“ singt der Werkstatt-Chor, gleich danach „Freiheit“ von Westernhagen. Es ist die musikalische Kulisse für das bunte Treiben beim Sommerfest des Werkvereins Gelsenkirchen auf dem Gelände der Gelsenkirchener Werkstätten.

Letztere stellen sich dort auf viele Weisen den Besuchern vor. Auch der Werkstatt-Rat ist mit einem Stand vertreten. Er ist quasi der Betriebsrat hier. „Wir kümmern uns um die Beschäftigten“, erklärt Peter Mendel, seit fünf Jahren der Vorsitzende des Werkstatt-Rates. So habe man durchgesetzt, dass die Beschäftigten nicht mehr Behinderte genannt werden.

„Wir treffen uns einmal im Monat. Da gehen wir alle Bereiche der sieben Mitglieder des Rates durch und besprechen die Probleme.“ Zum Beispiel bei Umbauten wollen die Beschäftigten mitreden. „Wenn man uns nicht ernst nimmt, dann gibt es Theater“, so Mendel, der um die Bedeutung seines Gremiums weiß. „Das ist sehr wichtig, damit wir unsere Rechte vertreten können. Wir wollen auch ernst genommen werden. Wir können unsere Rechte fast noch besser wahrnehmen als normale Menschen“, ist er überzeugt.

Vogelhäuser und Blumen

Viele Arbeitsbereiche der Werkstätten sind auf dem Fest vertreten. An einem Stand gibt es selbst gebaute Vogelhäuser, daneben die Blumen, die zum Dauerangebot gehören. Was man aber nicht sieht, ist fast noch interessanter. Denn in den Werkstätten musste man wirtschaftlicher arbeiten, entwickelte eigene Produkte, die deutschlandweit vertrieben werden. Das hat auch intern positive Effekte mit sich gezogen: „Wir versuchen, die Qualifikation auszuweiten, individuell zu fördern“, so Henrike Rohloff, die Sprecherin der Werkstätten. Ganz neue Arbeitsbereiche sollen auch dazu kommen. „Wir modernisieren unseren Empfangsbereich. Da soll später eine Gruppe Beschäftigter Verwaltungstätigkeiten übernehmen.“

Heute aber steht das Fest im Vordergrund. „Und das ist von den Beschäftigten für die Beschäftigten“, so Geschäftsführer Sebastian Schwager. „Die freuen sich das ganze Jahr darauf und sparen, um sich Lose für die Tombola kaufen zu können.“ Deswegen gibt es auch stattliche 1500 Preise zu gewinnen. „Im Grunde wünsche ich mir, dass unsere Beschäftigten die Hauptpreise gewinnen.“ Auch die dreitägige Reise. „Wenn das geschieht, dann machen wir die Reise möglich, sorgen für Betreuung und was noch gebraucht wird.“

Es ist für jeden etwas dabei

Zum gemeinsamen Feiern ist auch Simone Skorczyk da. Ihr 19-jähriger Sohn arbeitet in den Werkstätten. „Da ist es doch selbstverständlich zu kommen. Und das ist hier immer schön gemacht. Es ist für jeden etwas dabei“, sagt sie, während ihr Sohn sein Glück beim Dosenwerfen versucht und der Chor singt „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n.“