„Diese Erleichterung ist auch nach 70 Jahren unvergesslich“

Kriegsende in Buer. Die gesamte Hausgemeinschaft an der Hagenstraße 31 saß schon bei Kriegsende seit Tagen dicht gedrängt im hauseigenen Luftschutzkeller und wartete auf das Kriegsende.

Irgendwann wurde es draußen plötzlich ganz still. Kein Kanonendonner, kein Fliegeralarm, keine Bomben mehr.

Soldaten mit MP im Anschlag

Ich hatte Stunden vorher noch ein schreckliches Kriegserlebnis glücklich überstanden, fühlte mich jedoch stark genug, um draußen einmal nachzuschauen. Ich schlich neugierig, aber auch verängstigt quer über den Hof zur Straße, öffnete vorsichtig das Tor und lugte einen Moment nach links und rechts.

Links sah ich zwei Soldaten mit angelegtem Gewehr dicht an den Häuserfronten entlang Richtung Kreuzung Hochstraße voranschreiten. Von rechts kam ein ganzer Trupp von etwa 20 Soldaten, ebenfalls die MP im Anschlag, ca. zehn Meter von mir entfernt in breiter Front und gestaffelt die Hagenstraße herunter.

Als man mich erblickte, schrie einer laut und für mich deutlich zu verstehen: „Street free! (Mach die Straße frei!)“

Erschrocken zurückgewichen

Erschrocken wich ich blitzartig zurück und verschwand wieder im Luftschutzkeller. Dort herrschte in diesem Moment bei uns allen nur der eine Gedanke: „Kein Fliegeralarm mehr, keine Bomben mehr!“

Diese erlebte Erleichterung ist mir auch nach 70 Jahren noch unvergesslich.

Günter Ruddigkeit,

Alberstraße 15