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Aus dem Vest

Die Busdoktoren

11.03.2010 | 06:12 Uhr

Bei der Vestischen sind rund um die Uhr Teams im Einsatz, die sich um die Reparatur der Fahrzeuge kümmern.

Der Kompressor im Transporter brummt. Langsam füllt sich das riesige Luftkissen, hebt den tonnenschweren Bus auf dem Betriebshof der Vestischen an der Westerholter Straße in Herten an.

„Mit einem Wagenheber wie beim Pkw ist da nichts zu machen“, erklärt Theo Ellermann (47), während er den Sitz des Kissens überprüft, das hier die Schwerstarbeit verrichtet. Dann lässt er mit dem Kettenzug das neue Rad von seinem Lkw. Den Reifenwechsel erledigt Ellermann aber nicht allein, dazu hat er sich seinen Kollegen Dirk Ciesinski (48) zur Hilfe geholt.

Was hier als mögliche Pannen an einer Halle des Depots nur vorgeführt wird, könnte schon bald für die beiden wieder Wirklichkeit werden. Schließlich gehört das Duo zum Team der „Busdoktoren“, wie sie bei der Vestischen gerne genannt werden. Sie werden immer dann von den Fahrern angefordert, wenn ein Defekt am Fahrzeug aufgetreten ist.

„Reifenschäden können beispielsweise durch Bordsteinkanten, Nägel und Schrauben entstehen“, erklärt Ellermann, während er das Luftkissen wieder in seinem Lkw verstaut. „Wir machen dann über die Leitstelle per Funk mit dem Fahrer einen Treffpunkt aus, wo wir den Defekt reparieren.“

Auch die riesigen Außenspiegel können schon einmal an Straßenbäumen beschädigt werden. Dann wird aus dem Zentrallager das für den Bus passende Modell geholt und bald schon gibt es wieder einen ungetrübten Blick nach hinten.

Fast täglich haben die Monteure sich um – meist von Schülern – manipulierte Haltestellenknöpfe zu kümmern. „Das ist für die Fahrer ärgerlich, weil immer wieder ein Drücker betätigt ist, obwohl niemand aussteigen will“, erklärt Dirk Ciesinski. Für ihn und seine Kollegen beginnt wegen der großen Anzahl von Knöpfen auch eine aufwändige Fehlersuche.

Vom Spritmangel über die kaputte Glühbirne bis zur leeren Batterie – die Liste der Defekte ist lang, weswegen die Teams, die rund um die Uhr im Einsatz sind, zur Hilfe gerufen werden. „In 80 Prozent der Fälle können wir die Fahrzeuge bereits vor Ort reparieren“, erklärt Ciesinski, der in seiner rollenden Werkstatt neben fast allen Ersatzteilen auch Kraftstoff, Frostschutz und Scheibenreiniger mit sich führt.

Bei gerissenen Federbälgen, Ölverlust oder Defekten an der Elektronik muss der Bus allerdings in die Werkstatt geschleppt werden. Dann rollt auch gleichzeitig ein Ersatzfahrzeug aus dem Depot, damit der Fahrplan nicht durcheinander gerät.

Und was machen die „Busdoktoren“, wenn sie mal keinen Einsatz haben? „Dann ziehen wir im Depot neue Reifen auf“, verrät das Duo. Doch dazu kommen sie heute nicht. Denn schon gehen die nächsten Einsätze über die Leitstelle ein: Ein Bus braucht Starthilfe und ein anderer Fahrer meldet – wie sollte es anders sein – einen manipulierten Haltestellenknopf!

Joachim Bachmann

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