Die Arena als Wahrzeichen

Auf den ersten Blick ist es nicht offensichtlich, aber AC/DC, Bon Jovi und Helene Fischer haben eines gemeinsam: Sie traten in der Veltins-Arena auf. Denn das Bauwerk ist Rocktempel und Fußballtempel zugleich und ein identitätsstiftendes Wahrzeichen der Stadt. Rund 1,5 Millionen Besucher kommen in jedem Jahr her.

Privatwirtschaftlich finanziert

Die Arena wurde als erstes Stadion in Deutschland komplett privatwirtschaftlich finanziert und kostete stattliche 200 Millionen Euro. Eröffnet wurde sie 2001 mit einem großen Fest. Von Beginn an war sie als Mehrzweckhalle angelegt, was sie bereits bei ihrer Eröffnung unter Beweis stellte, bei der Lionel Richie, Right Said Fred und PUR zu Gast waren. Diese Eröffnungsfeier wurde sogar zur besten Sendezeit im Fernsehen übertragen.

Nicht selten galten die Initiatoren als verrückt, die endlich das lang gehegte Vorhaben eines Stadionneubaus realisierten. Etwa, als die Ankündigung raus war, die Arena solle zur Austragungsstätte eines Biathlons werden. Die Premiere im Jahr 2002 war ein echter Publikumserfolg. 35 000 Biathlon-Fans waren vor Ort dabei. Tonnen von Kunstschnee machen seither zwischen den Jahren die Arena regelmäßig zu einem Wintersportort, der sich mehr als etabliert hat.

Ihre Vielseitigkeit stellt die Arena durch die intelligente Bauweise unter Beweis. Das Rasenfeld ist mobil, kann in wenigen Stunden komplett aus der Arena heraus gefahren werden. Nur dadurch kann der Innenraum für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden. Das jedoch ist ein teurer Spaß: Je nach Tageszeit belaufen sich die Kosten hierfür auf 8000 bis 13 000 Euro.

Vorteile für Veranstalter

Attraktiv für Veranstalter ist auch, dass Sattelschlepper über zwei Tunnel direkt ins Innere der Arena gefahren werden können und nicht, wie an anderen Orten, vor der Tür abgeladen werden müssen, um das gesamte Equipment in den Innenraum zu bringen. Das spart Zeit und Geld.

Innerhalb von nur 30 Minuten können zudem die beiden verschiebbaren Flügel des Daches geöffnet oder geschlossen werden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass die Gäste bei jedem Wetter trocken sitzen. Auch auf den Schallpegel, der nach außen dringt, wirkt sich das günstig aus.

32 Kioske versorgen die Gäste

Auch das Catering in der Arena ist technisch wie logistisch ausgetüftelt. Rund fünf Kilometer Bierleitungen wurden hier verlegt. 32 Kioske versorgen die Gäste mit Getränken und Snacks.

Als ein „Fünf-Sterne-Stadion“ bezeichnete FIFA-Präsident Joseph Blatter die damals neue Arena. Ihre Vielseitigkeit stellte sie seither mehrfach unter Beweis, sei es als Austragungsstätte für einen Klitschko-Boxkampf oder auch der „TV Total Stock Car Challenge“. Und erst am vergangenen Wochenende war sie das Mekka der Rockfans, als es hieß „Rock im Revier“.

Für viele bleibt die Arena im Berger Feld trotz aller Vielseitigkeit jedoch vor allem eines: die Heimspielstätte des FC Schalke 04. Auch die größten Liebhaber des ehrwürdigen Parkstadions, die diesem mindestens eine Träne nachweinten, haben heute ihren Platz gefunden in dem so modernen Stadion, das immer wieder zu einem Schmelztiegel der Emotionen wird.