Dicke Luft in Buer und Horst
05.06.2007 | 11:16 Uhr 2007-06-05T11:16:48+0200Landesumweltamt prüft Errichtung von Feinstaub-Messstationen an der Kurt-Schumacher-Straße oberhalb der A 2 und an der Turfstraße. Stadt lieferte Daten über Verkehrsdichte und Bebauung
Essen hat vier, der Süden Gelsenkirchens zwei - und der Stadtnorden wird womöglich auch bald eine oder zwei Messstationen für Feinstaub haben. Nach WAZ-Informationen prüft das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv), an der Turfstraße in Horst und an der Kurt-Schumacher-Straße in Buer oberhalb der A 2 derartige Geräte zu installieren.
Auch wenn noch nichts beschlossen ist: Das Lanuv hat diese zwei Standorte im Blick, seitdem Gelsenkirchen sich (freiwillig) an einer landesweiten Datenerhebung (Screening) beteiligt hat, die Grundlage sein soll für die Auswahl weiterer - eventuell mobiler - Messstationen, erläuterte Lanuv-Pressesprecher Eberhard Jacobs auf Anfrage. Die Verwaltung habe Informationen zur Verkehrsdichte und Bebauung an von ihr selbst bestimmten Punkten im Stadtgebiet geliefert, darunter auch Horst und Buer. Denn je geschlossener die Randbebauung, desto schlechter verteilt sich der Feinstaub.
Wie hoch die Belastung mit den gesundheitsgefährdenden Partikeln etwa auf der nördlichen Kurt-Schumacher-/De-la-Chevallerie-Straße tatsächlich ist, dazu liegen derzeit keine aktuellen Daten vor, so Gerhard Osadnik, Leiter des städtischen Umweltreferats.
"Aber für gewöhnlich stellt das Landesamt seine Messstationen an den am stärksten belasteten Stellen auf." Das wären dann die bisherigen Standorte Trinenkamp (Bismarck) und Kurt-Schumacher-Straße/Berliner Brücke (Schalke), wo der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft schon an 12 bzw. 27 Tagen überschritten wurde; 35 Überschreitungen im Jahr sind zulässig. "An anderen Standorten ist wohl eher eine geringere Belastung zu erwarten", so Osadnik.
Fakt ist, dass in Höhe des buerschen Marktplatzes in 24 Stunden 27 900 Fahrzeuge über die De-la-Chevallerie-Straße donnern; am Messstandort Schalke sind es nach Stadt-Angaben 35 500 Pkw. Mitverantwortlich für die Höhe der Feinstaub-Konzentration seien auch Industrie, Wind, Tagestemperatur und Bebauung, so Osadnik. Wie berichtet, will Gelsenkirchen das Thema Aktionsplan gesamtstädtisch angehen. Ein Treffen mit der Bezirksregierung am 13. Juni soll Weichen für einen Luftreinhaltungsplan stellen.
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