Der Stadtteil Scholven in Gelsenkirchen soll schöner werden

Seitdem Schlecker auf der Feldhauser Straße geschlossen wurde, gibt’s in Scholven keinen Drogeriemarkt mehr.  Das beklagen die Leute im Viertel.
Seitdem Schlecker auf der Feldhauser Straße geschlossen wurde, gibt’s in Scholven keinen Drogeriemarkt mehr. Das beklagen die Leute im Viertel.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Quartiersprojekt startet: 249 Menschen wurden im April befragt. Knapp die Hälfte der Befragten formulierten ihre Ängste gegenüber der BP-Raffinerie Die ersten Arbeitsgruppen wurden gebildet. Sie suchen einen Treff für Jugendliche

Wie wohl fühlen sich die Scholvener in ihrem Stadtteil? Das wollten der Caritasverband gemeinsam mit der evangelischen Trinitatisgemeinde und der katholischen Propsteigemeinde St. Urbanus herausfinden. Quartiersprojekt Scholven haben sie die Erhebung genannt und Sarah Zimmermann auf Tour geschickt.

Ende April hat die Projektleiterin die Bewohner interviewt. Genaugenommen 459 Menschen von den etwa 9000 Einwohnern in dem nördlichen Stadtteil. „Die Umfrage ist nicht repräsentativ, aber wir konnten ein paar Punkte herausarbeiten, die den Scholvenern am Herzen liegen“, sagt sie.

Kinderfreundliche Atmosphäre

Fangen wir mit dem Positiven an: 72 der Befragten sind in ihrem Quartier zufrieden. Loben die gute Nachbarschaft und die kinderfreundliche Atmosphäre. Aber natürlich hat Sarah Zimmermann auch negative Stimmen gehört. 224 Menschen, also fast jeder zweite, beklagte die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten. Vor allem das Fehlen eines Drogeriemarktes und kleine Fachgeschäfte wie ein Metzger oder ein türkischer Lebensmittelladen wurden beklagt.

Das öffentliche Erscheinungsbild kritisierten ebenfalls viele Bewohner: verschmutze Fassaden, dreckige Kinderspielplätze und vor allem die „unansehnliche Feldhauser Straße“. Einige Anwohner bemängelnden die unzureichende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie die Raser im Viertel.

Ängste gegenüber der BP-Raffinerie

„142 Menschen, also ebenfalls knapp die Hälfte der Befragten, formulierten ihre Ängste gegenüber der BP-Raffinerie“, so Zimmermann. Der Lärm und die Luftverschmutzung durch das häufige Abfackeln wurden genannt, aber auch die Angst durch die Schadstoffe einem höheren Risiko einer Krebserkrankung ausgesetzt zu sein.

Auf einer Bürgerversammlung am Dienstagabend stellte Sarah Zimmermann im Gemeindezentrum St. Josef den Anwohnern die Ergebnisse der Umfrage vor. Knapp 50 Leute waren erschienen, und sie waren getrieben von dem Gedanken, sich selbst einzubringen und den Stadtteil positiv zu verändern.

Arbeitsgruppen gegründet

Drei Arbeitsgruppen haben sich am Dienstag gegründet. Sie wollen sich in den nächsten Wochen darum kümmern, ob es im Stadtteil Möglichkeiten gibt, einen Treff für Jugendliche einzurichten und einen weiteren für Erwachsene. „Mal schauen“, sagt Zimmermann, „aber die Kirchengemeinde hat signalisiert, dass sie eventuell einen Raum zur Verfügung stellen würde“.

Schwieriger wird es bei dem Arbeitsauftrag „Die Feldhauser Straße soll schöner werden“. Denn das Kopfsteinpflaster, das viele als Stolperfalle erleben, kann nicht so einfach ersetzt werden. Sagt zumindest die Stadt.