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Der Kuh-Komfort

20.06.2007 | 09:11 Uhr

Auf dem Hof Drießen wird viel getan, um den Milchkühen das Umfeld so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Klauenpflege ist dabei ganz wichtig. Holländer helfen dem Resser Betrieb

Auf den Feldern in Resse ist es jetzt - Mitte Juni - eher ruhig, bevor in den nächsten Wochen die Ernte losgeht. "Das schwülwarme Wetter ist im Moment eine gute Wachstumsbasis", gibt sich Landwirt Klaus Drießen mit dem Wetter ausnahmsweise mal zufrieden. Der zweite Grasschnitt ist Anfang des Monats eingefahren und siliert worden. Auf den Maisfeldern wurde der Pflanzenschutz ausgebracht.

Zeit für die Klauenpflege. Zweimal im Jahr kommen drei Klauenpfleger einer holländischen Service-Firma aus Winterwijk auf den Drießenschen Hof zur Pediküre der 200 Milchkühe. "Eine Knochenarbeit", weiß Klaus Drießen. Trotzdem schafft ein Pfleger acht Tiere pro Stunde. Neben dem Handwerkszeug haben die Holländer immer ihre Klauenpflegestände als Anhänger mit dabei.

Darin werden die Tiere nach und nach einzeln fixiert - "das erleichtert die Arbeit und mindert die Unfallgefahr." Ein Fuß nach dem anderen wird zunächst mit einer Bürste gereinigt, danach die Klaue mit einer Flex und Spezialscheiben zurückgeschnitten. Feinheiten werden mit dem Klauenmesser per Hand nachgeschnitten. Drießen erläutert: "Werden die Klauen nicht geschnitten, gehen die Tiere irgendwann lahm. Das tut weh und führt zu Entzündungen."

Liegt ein Sohlengeschwür vor (die Kuh geht lahm), wird unter der gegenüber liegenden, gesunden Klaue ein Holzklotz geklebt, um die erkrankte Klaue zu entlasten und ihr eine Heilungschance zu geben. Ist es an einer Klaue zu einer Pilzinfektion gekommen, wird sie mit einem Spezialmittel behandelt.

Zwei Tage brauchen die Klauenpfleger, um alle Milchkühe zu behandeln. Die 200 Jungtiere kommen nicht dran, da das Klauenwachstum noch nicht abgeschlossen ist. "Erst wenn eine Kuh über zwei Jahre ist, kommt sie zum Klauenpfleger", erläutert Drießen. "Die Klaue muss ja eine gewisse Länge haben, bevor sie geschnitten wird." Rund zehn Stunden sind die Holländer an jedem der zwei Tag im Einsatz - macht eine Rechnung über rund 2500 E.

Das sei zwar eine teure Anggelegenheit, so der Resser Bauer, aber nötig. Sparte man sich die Klauenpflege, würden sich die Tiere nicht wohl fühlen und weniger Milch geben. Und darauf kommt es ja an. Zum Kuh-Komfort zählt auch das wöchentliche Klauenbad: Alle Tiere gehen durch ein Wannenbad, in dem sich Wasser und Desinfektionsmittel befinden. Auch die Kuhbürste ist nicht ohne Bedeutung: Zu jeder Zeit kann sich das Tier dort selbstständig bedienen. Drießen: "Sobald die Kuh die Bürste anhebt, beginnt sie zu routieren." Mit der Bürste können sich die Tiere kratzen - und reinigen sich gleichzeitig.

Angenehm gestaltet das Team um Klaus Drießen den Kühen auch ihre Liegeplätze im Stall: Alle 14 Tage wird frisches Sägemehl eingestreut. Alle zwei Monate ordert Drießen dafür 90 Kubikmeter. Ein Kubikmeter kostet 17 E. "In den 80er Jahren lag der Preis noch bei 4 DM."

Apropos Holländer: Drießen arbeitet gern mit ihnen zusammen. "Die sind flexibler und knien sich mehr rein." Der Enährungsberater kommt aus den Niederlanden, genauso wie die Klauenpfleger. Deren Firma aus Winterswijk bietet verschiedenste bäuerliche Dienstleistungen an. Auch Urlaubsvertreter und sogar kurzfristig Melkhelfer. "Ruft man um 15 Uhr an, ist einer um 17 Uhr zum Melken da." Hierzulande gebe es nur Einzelkämpfer. "Und die gehen nach acht Stunden nach Hause."BAUERNKALENDER gehen die Tiere irgendwann lahm"

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