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Polizei-Bezirksdienst

Der Dorfsheriff von Buer

10.02.2012 | 16:05 Uhr
Der Dorfsheriff von Buer
Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool

Einige begrüßen ihn schlicht als Helmut, andere rufen „Moin Herr Köster“. Für die meisten, die ihm auf der Hochstraße begegnen, ist er schlicht „der Dorfsheriff“. Der 60-Jährige Hauptkommissar Helmut Köster ist in der buerschen City buchstäblich bekannt wie der berühmte „bunte Hund“. Dabei ist die Uniform mit ihren Grün- und Brauntönen, die der Beamte im Bezirksdienst trägt, alles andere als bunt.

Auch wenn dem Bueraner zur Zeit die Kälte immer wieder bei seinem Dienst unter die Uniform kriecht, kann ihm das den Spaß an der Arbeit nicht verleiden: „Das ist der tollste Job, den ich mir vorstellen kann!“ Köster ist mit Leib und Seele Polizist und liebt seine Aufgabe im Bezirksdienst.

Es gibt keine wilden Verfolgungsjagden mit quietschenden Reifen, es wird nicht geschossen und körperliche Auseinandersetzungen gehören auch nicht unbedingt zum Dienstalltag. Was macht den Bezirksdienst dann zu einem so „tollen, spannenden Job“? Helmut Köster ist sich da ganz sicher, denn die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Es ist die Vielfalt der Aufgaben, die Eigenverantwortlichkeit und die Selbstständigkeit – und an erster Stelle natürlich, dass man Menschen helfen kann.“

Köster, der, bevor er 1974 zur Polizei ging, eine Maschinenschlosser-Lehre abschloss, ist der Bezirksdienst in Fleisch und Blut übergegangen, er muss nicht lange überlegen, seine Aufgabe zu beschreiben: „Dazu gehört es, das vertrauensvolle Miteinander im Stadtteil zu fördern, die Unterstützung der Bevölkerung in Fragen der Sicherheit und schließlich auch, ein positives Bild der Polizei abzugeben. Ganz wichtig ist auch, strafbare Handlungen möglichst schon im Vorfeld zu verhindern.“

Dazu gehört es, dass Köster ständig in seinem Bezirk unterwegs ist – und das auf Schusters Rappen. In der Tätigkeitsbeschreibung der Behörde ist festgelegt, dass Beamte im Bezirksdienst zu 80 Prozent außerhalb des Büros ihre Arbeit leisten sollen. Für Köster ist das der Punkt, der den Job so attraktiv macht. So kann man ihn morgens vor der Grundschule, mittags in der Fußgängerzone und manchmal auch abends vor einschlägigen Lokalen sehen – meist ins Gespräch vertieft. Ob er Eltern vor der Schule ermahnt, beim Absetzen der Sprösslinge an die Sicherheit im Straßenverkehr zu denken, ob Senioren ihm ihre Lebensgeschichten erzählen oder angeheiterte Jugendliche verwarnt werden, Köster setzt bei seiner Arbeit auf das Gespräch. Das sieht er als sein wichtigstes „Handwerkzeug“ an.

Begeistert ist der Schalke-Fan, wenn sein Verein dafür sorgt, dass in seinem Arbeitsalltag mal etwas nicht Alltägliches passiert. „Ich fand das im letzten Jahr toll, als die Fangruppen der Champions-League-Gegner hier vor den Spielen in Buer feierten. Das war eine super Atmosphäre und es ist alles friedlich abgegangen.“ Dass alles glatt ging, bedurfte natürlich einer Vorbereitung. So hat Köster im Vorfeld zum Beispiel mit Wirten Kontakt aufgenommen und sie im Umgang mit den Fangruppen beraten.

Wer so viel mit den Menschen im Stadtteil redet, der erfährt natürlich auch viel. So kennt man nicht nur den Dorfscherif, auch der Dorfscherif kennt seine Bueraner: „Ich weiß, wer hier eine Windel trägt oder wer schwer krank ist. Da kann man schnell mal mit einem Nachbarn reden und Hilfe vermitteln.“

In seinem Büro ist es zwar angenehm warm, aber jetzt drängt es Helmut Köster wieder in die Kälte. Der Sheriff muss vor dem Feierabend noch einmal schnell eine Runde durch sein „Dorf“ machen.

Peter Marnitz

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