Der Bauspielplatz in Horst wurde zum Mittelalter-Dorf

Tarasu (3), Natalie (15) und Lara (10) am selbstgebauten Brunnen im Mittelalter-Dorf.
Tarasu (3), Natalie (15) und Lara (10) am selbstgebauten Brunnen im Mittelalter-Dorf.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Sie tauchten richtig ein in die Zeit der Ritter und Burgen, die Kinder, die am Ferienprogramm auf dem Bauspielplatz teilnahmen. Im Baubereich ließen sie ein mittelalterliches Dorf entstehen, bauten einen Brunnen und legten einen Kräutergarten an.

„Früher musste man mit 14 Jahren Ritter werden und um sein Leben kämpfen. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen“, erzählt Fabian, der froh ist, solches nicht tun zu müssen. „Das wäre nicht schön, von meiner Familie so weit weg zu sein und vielleicht sogar getötet zu werden.“

Der 14-Jährige macht deutlich: Das Ferienprogramm rund ums Mittelalter auf dem Horster Bauspielplatz war für die Kinder zwar ein großer Spaß, den Ernst der damaligen Zeit verstanden die Kinder trotzdem. Heute jedoch tritt der etwas in den Hintergrund. Denn heute wird das große Burgfest gefeiert in der Kulisse, die man sich in den vergangenen Tagen selbst schuf.

Im Kräutergarten wächst Kresse

„Im Baubereich haben wir ein mittelalterliches Dorf angelegt“, erklärt Elke Hornig vom Bauspielplatz. Dazu gehört ein Brunnen, in dessen Mitte ein großes Speisfass tatsächlich Wasser spendet. Auch einen kleinen Kräutergarten gestalteten die Kinder - mehrere Blumenkästen, in denen mittlerweile Kresse sprießt.

Daneben lernten die Kinder mittelalterliche Gewerke kennen wie das Weben. „Das war komisch und schwierig“, berichtet Lara. Obwohl die Zehnjährige einen kleinen Teppich fertig stellen konnte. Aus dem will sie später eine Handytasche nähen - Mittelalter trifft auf Moderne. „Früher hatten es die Menschen schwerer, mussten härter arbeiten“, bleibt bei Lara der Eindruck der letzten Wochen. „Und auch die Kleidung war viel schwerer.“ Das weiß sie, weil man gemeinsam nach Xanten fuhr. „Da haben wir uns eine römische Stadt angesehen und alte Pfeile und Münzen“, erzählt nun Fabian.

Zum Burgfest gibt es Grillbrot

Und weil man nun auf dem Bauspielplatz viele kleine Experten versammelt hat, kann heute auch recht authentisch gefeiert werden. „Wir machen Grillbrot, das ist so ähnlich wie Stockbrot“, erklärt Natalie. Die 15-Jährige ist eine der Betreuerinnen, die beim Ferienprogramm helfen.

Der große Höhepunkt des heutigen Tages ist die Krönung des Königspaares Sean I. und Victoria I., die schon im Ornat bereit stehen. „Es hatten sich einige Kinder dafür gemeldet. Wir haben dann abgestimmt“, erklärt Natalie, dass die Monarchie mit der Demokratie begann. Genau genommen sogar mit einer Kampfabstimmung, bei der einige Kinder unterlagen. „Die waren schon traurig“, weiß Natalie. Kein Wunder, meint Lara. Schließlich ist es eine tolle Sache, zum Königshaus zu gehören. Warum, das kann die junge Dame schnell erklären. „Das Königspaar hat ein Volk, das ihm dienen muss.“

Für den Moment bedeutet das, dass das Königspaar auf seinem Thron sitzt und zuschaut, wie alle anderen emsig das Fest vorbereiten und Feuer machen.