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Betreuungs-Projekt

Demenz und geistige Behinderung

20.09.2012 | 11:00 Uhr
Demenz und geistige Behinderung
Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen-Beckhausen. „Vor unserem geschichtlichen Hintergrund erleben wir es jetzt zum ersten Mal, dass geistig behinderte Menschen so lange leben, dass sie Alterserscheinungen wie zum Beispiel Demenz entwickeln.“ Für Marita Ingenfeld, Gerontologin und Leiterin der Fachstelle Demenz, ist das ein Phänomen, auf das die Gesellschaft reagieren muss. Die Caritas Gelsenkirchen hat reagiert und ein Projekt entwickelt, dessen Teilnehmer sich gestern zum ersten Mal auf Hof Holz trafen.

Bestandsaufnahme

Mehr als 50 Praktiker von der Behinderten-Hilfe und der Senioren-Betreuung aus der Region Gelsenkirchen kamen zusammen, um einerseits erst einmal eine Bestandsaufnahme der praktischen Probleme zu leisten und sich auch über die aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen zu informieren. Ganz im Vordergrund stand natürlich auch das gegenseitige Kennenlernen, arbeitet man doch in der Alten- und Behindertenpflege normalerweise in getrennten Bereichen.

Das ganze Projekt hat bundesweiten Pilotcharakter, da erstmals Städte- und Einrichtungen-übergreifend Praktiker gemeinsam an das Problemfeld geistige Behinderung und Demenz herangehen. Möglich wird das ganze durch die Förderung der Aktion Mensch, die sich mit 180 000 Euro engagiert. Projektträger ist die Fachstelle Demenz der Gelsenkirchener Caritas, als Partner beteiligen sich unter anderem das Haus St. Rafael, das St. Suitbert-Haus, die Gelsenkirchener Werkstätten und die Lebenswelt Gabriel.

Sie alle bringen ihre Erfahrungen mit ein und sollen, so das Projektziel, im Laufe der Zeit gemeinsame Ideen, Handlungsvorschläge und praktische Übungen entwickeln. Dabei, so Marita Ingenfeld, sei jede Einrichtung bisher oft isoliert an das Problem der immer älter werdenden Menschen mit geistiger Behinderung herangegangen: „Ein erster Schritt ist es, dass wir ganz unabhängig vom jeweiligen Träger Netzwerke bilden und gemeinsam handeln.“

Ergebnisse aufarbeiten

Ganz wichtig sei es dabei, so Ingenfeld, dass bei dem Prozess die betroffenen Menschen schon bei der Ideenfindung mit einbezogen werden: „Die wissen am besten, was ihnen gut tut. Da können wir uns oft nicht so hineindenken.“

Insgesamt sollen der ersten Ideenkonferenz auf Hof Holz noch fünf weitere Veranstaltungen folgen, um die Erfahrungen der Behindertenhilfe mit denen der Altenhilfe zu verknüpfen. Nur so könne es gelingen, die Lebensqualität und die Möglichkeiten der Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz zu verbessern. Die Ergebnisse sollen so aufgearbeitet werden, dass man sie später auf andere Einrichtungen übertragen kann. Das Pilotprojekt, das in dieser Art bisher einmalig im Land ist, könne so auf das ganze Land ausstrahlen.

Peter Marnitz



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