Chormusik mit Anspruch und Spaß

Ambitioniert, aber mit viel Spaß bei der Sache: die Mitglieder des noch jungen Vokalensembles St. Laurentius in Horst.
Ambitioniert, aber mit viel Spaß bei der Sache: die Mitglieder des noch jungen Vokalensembles St. Laurentius in Horst.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Vokalensemble in der Gemeinde St. Laurentius in Horst-Süd gibt es erst seit gut einem Jahr. Doch Chorleiter Gregor Schemberg freut sich über die erfahrenen Sängerinnen und Sänger, die dabei mitmachen.

Gelsenkirchen-Horst..  Schon das Einsingen ist beim Vokalensemble eine fröhliche Angelegenheit. Schließlich singen die Mitglieder „Hi-hi-hi“ und „Ha-ha-ha“. Es sind nur wenige Sänger im Saal von St. Laurentius. Aber sie alle vereint Qualität und Können. Konzentriert wird hier gearbeitet. Der Spaß an der Musik bleibt dennoch nicht auf der Strecke.

Für Chorleiter „ein Geschenk“

Den kleinen Chor gibt es erst seit gut einem Jahr. „Das ist ein Teil des Jugendchores“, erklärt Gregor Schemberg, der Chorleiter. „Im Jugendchor war es manchmal problematisch, dass zu den erfahrenen Sängern immer wieder neue, junge dazu kamen“, erläutert er, dass sich die erfahrenen Sänger nicht immer entfalten konnten. „Dann haben wir entschieden, das zu trennen. Hier sind jetzt echt gute Leute vereint, die zum Teil Musik studieren. Das ist für mich als Chorleiter ein Geschenk.“ Im Mittelpunkt steht die konzentrierte Arbeit an Kompositionen aller Art. „Wir sind ganz ohne Konzept gestartet. Wir wollten einfach schauen, worauf wir Lust haben.“ Aktuell werden Musicalsongs geprobt für das erste eigene Konzert am 26. April um 17 Uhr in St. Marien in Karnap. Auf dem Probenplan stehen bekanntere und weniger bekannte Titel. „Wir wollen auch ein paar Szenen schauspielerisch andeuten – wenn wir das noch schaffen.“

Einer der unbekannteren Titel ist „Epiphany“ aus der Rock-Oper „Bare“. Der Chor stimmt das Lied aus der Geschichte um eine homosexuelle Liebe in der Kulisse einer katholischen Schule an. Die Sänger arbeiten schon am Feinschliff. Und Gregor Schemberg hilft bei der Interpretation: „Ich sehe da immer ein Marktweib vor mir, das mir ins Wort fällt.“

Sänger investieren viel Zeit

Für so anspruchsvolle Chorarbeit investieren die Chormitglieder gern ihre Zeit – auch die Fahrzeit. Martin Berghane lebt wegen des Studiums mittlerweile in Köln und kommt dennoch regelmäßig zur Probe. „Das ist ein tolles Ensemble, und ich bin schon lange dabei hier in St. Laurentius und wollte nicht aufhören.“ Zumal es eine eingeschworene Gemeinschaft ist. „Hier sind Sänger, die Lust haben, anspruchsvoll zu singen.“ So geht es auch Christoph Callegari. Und mehr: „Es geht auch um Spaß.“ – „Anspruch kann man mit Spaß verbinden. Wenn sich die Arbeit lohnt, macht das auch Freude“, ergänzt Martin Berghane. Beide schätzen die musikalische Vielfalt im eigenen Repertoire. „Die klassische Musik kommt bei uns gut an“, meint Callegari. „Jetzt fiebern wir aber erst einmal dem Musical-Konzert entgegen, weil es eine schöne Abwechselung ist“, so Berghane.

Gregor Schemberg ermutigt seine Sänger zu mehr Energie im Gesang. Immer noch wird an „Epiphany“ gearbeitet. Sehr emotional ist das Stück, das großartige Tenöre, sonore, warme Bässe, gefühlvolle Altstimmen und ausdrucksvolle Soprane vereint. Doch so ganz will des dem Chorleiter noch nicht genügen. „Alles mit erhobenem Zeigefinger. Und noch mal!“