Chor „Voices of Joy“ ist doppelt stimmgewaltig

In der WAZ-Serie " Chöre im Norden " stellte sich bei einer Probe am 23.03.2015 im Pfarrzentrum St. Martinus Herten - Westerholt der Gospelchor "Voices Of Joy" vor. Die Leitung hatte Chorleiter Ingo Jülicher . Foto: Franz Naskrent
In der WAZ-Serie " Chöre im Norden " stellte sich bei einer Probe am 23.03.2015 im Pfarrzentrum St. Martinus Herten - Westerholt der Gospelchor "Voices Of Joy" vor. Die Leitung hatte Chorleiter Ingo Jülicher . Foto: Franz Naskrent
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Aus zwei mach eins: Dieses Kunststück ist bei dem noch jungen Chor „Voices of Joy“ aus Herten-Westerholt mehr als gelungen. Hervorgegangen aus den „Barbara Singers“ und den „Vocal Chords“ ist er doppelt stimmgewaltig.

Herten-Westerholt..  „Hallelujah, sounds of love. Hallelujah, it’s sunshine above.” Es ist ein flottes Lied mit Charme, das im Saal des Gemeindehauses St. Martinus zu hören ist. Die Sänger des Chores „Voices of Joy“ überraschen auf die beste Weise – schließlich ist ein Grand-Prix-Titel von 1979 nicht unbedingt das, was man bei einem Gospelchor erwartet.

Ein knappes Jahr erst gibt es jetzt den Chor. Gesungen haben alle allerdings schon vorher. Die einen bei den „Barbara Singers“, die anderen bei den „Vocal Chords“. Letztere waren in St. Martinus beheimatet, verloren aber mit dem Ausscheiden von Markus Hrabal ihren Chorleiter. „Ich habe dann Ingo Jülicher gefragt, ob er aushilft“, erinnert sich Mechthild Gollan. Als dann Michael Hartel neuer Kantor in Westerholt wurde und nicht alle Chöre übernahm, musste eine endgültige Lösung her. „Wir sind schon geschrumpft, als Carsten Böckmann nach Buer ging. Auch die Barbara Singers, die Ingo Jülicher schon länger leitet, waren weniger geworden. Und unser Chorleiter meinte, wir passen gut zusammen.“

„Gefühl, willkommen zu sein“

Eine Vernunft-Ehe zweier Chöre war es also, die da diskutiert wurde. „Bei uns haben sich alle dafür ausgesprochen“, so Hubert Siemer. „Wir hatten gerade unser 20-jähriges Jubiläum“, berichtet Mechthild Gollan. „Da fusioniert man schon mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ Dennoch entschieden sich am Ende doch alle dafür.

Seither reisen die Hertener Sänger montags zur Probe nach Westerholt. „Wenn man auf etwas Neues zugeht, ist das immer etwas Ungewisses. Aber wir hatten gleich das Gefühl, willkommen zu sein. Wir sind schnell zusammen gewachsen“, ist Hubert Siemer sicher. Nicht nur für ihn überwiegen die Vorteile des Zusammenschlusses. Mechthild Gollan schwärmt gar: „Es ist so schön, jetzt starke Bässe zu haben.“

„Be free again like a butterfly”, singt der Chor. Frei wie ein Schmetterling, so wollen sie auch singen. Sie sind schlagkräftig und stimmgewaltig. „Über 30 Leute kommen immer zu den Proben“, freut sich auch Chorleiter Ingo Jülicher. Manchmal seien es auch mehr. Dennoch, „über Nachwuchs freuen wir uns immer“. Momentan ist man noch damit beschäftigt, ein eigenes Repertoire zu entwickeln, da die alten nicht deckungsgleich waren. Was der eine Chor sang, konnte der andere nicht. Doch das Lernen geht schnell, zumal auch große Hits des Gospel dazu gehören sollen. „Natürlich singen wir auch die Klassiker mit hohem Wiedererkennungswert. Es gibt aber auch Gospelmessen, die wir jetzt mal in Angriff nehmen können.“

Gutes Zusammenspiel

Neuer Titel: „In The Presence Of The Lord“. Schön singt der Chor das und harmonisch. Ein gutes Zusammenspiel aller – auch menschlich, wie es scheint. „Singen macht gute Laune. Mit Menschen zusammen zu kommen, abzuschalten, loszulassen – das ist toll. Wir sind zwar nicht die besten, aber die lustigsten“, lacht die Sopranistin Mechthild Gollan. Und Bass Hubert Siemer ergänzt: „Gerade der Zusammenschluss hat mir viel gegeben. Ich wünsche mir, dass alles genau so bleibt.“