Chöre unter freiem Himmel bei Rock am Dom

Der Funke sprang schnell über: die Voice Toys beim Chortag des Festivals Rock am Dom in Buer.
Der Funke sprang schnell über: die Voice Toys beim Chortag des Festivals Rock am Dom in Buer.
Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Umsonst und draußen war auch die dritte Auflage des Musikfestivals „Rock am Dom“. Aber erstmals hatten die Macher es ausweitet auf zwei Tage – mit einem vorgeschalteten Chortag. Eine Premiere, die ausgesprochen gut ankam.

Gelsenkirchen-Buer..  Es ist Freitag kurz nach 18 Uhr. Eben hat das 3. Festival „Rock am Dom“ in Buer begonnen – immer noch umsonst und draußen, aber erstmals zweitägig, ergänzt um einen Chortag. Und schon jetzt ist es gut gefüllt vor der Bühne. Auf der stehen die „Young Singer“ des Max-Planck-Gymnasiums, singen charmant drastische Geschichten aus dem Schulalltag. „Keine Zeit“ heißt ein Lied, das auf den Punkt bringt, welchem Druck schon die Jüngsten ausgesetzt sind.

Neben der Bühne stehen bereits die „Swingfoniker“, warten auf ihren Auftritt. „Ich finde es gut, dass die Veranstalter auch dem Singen einen Raum geben“, meint Ulli Stein von den „Swingfonikern.“ Was sie in nur wenigen Minuten singen werden, wissen sie noch nicht. „Wir würden gerne zu ein, zwei Playbacks singen, damit es etwas rockiger wird. Aber es ist noch nicht klar, ob wir die abspielen können“, so Joachim Jankowski. „Doch wir haben ein großes Repertoire und wissen, was wir können.“

„Tolle Atmosphäre vor dem Dom“

Wenig später stellen sie das unter Beweis. Der Chor startet mit „Oh Happy Day“. Schon kommt Stimmung auf beim Publikum. Und dann können sie doch abgespielt werden, die Instrumental-Playbacks. Die Sängerinnen und Sänger singen „The Edge Of Glory“ – ein mitreißender Vortrag, für den es zu Recht viel Applaus gibt.

Derweil kann Volker Zwetzschke, Leiter der „Young Singers“ den Abend schon bei einem Kaltgetränk genießen. „Es ist eine tolle Atmosphäre hier vor dem Dom“, ist er, der bereits im dritten Jahr mitwirkt, begeistert. „Wir hatten da oben nicht das Gefühl, dass wir das Konzert eröffnen. So gut war die Stimmung!“

Timing ist alles

Im Halbstundentakt wechseln die Chöre. Timing ist alles, sonst kommt es zu Verspätungen. Jetzt gehen die „Voice Toys“ auf die Bühne. Auch sie haben Popsongs im Repertoire, singen „Viva La Vida“ von Coldplay und „Impossible“. Das kommt gut an. Auch bei Sarah Höhle vom Kreativzentrum Vest „Art.62“, dem offiziellen Veranstalter. „Wir hatten die Idee, das Festival größer zu machen und wollten auch ältere Menschen ansprechen.“ Schon wegen der Kulisse der Seniorenwohnungen. „Ich bin sehr froh, dass das funktioniert hat. Es sind sehr viele Senioren hier.“

Entertainment-Qualitäten

Immer besser wird die Stimmung unter den Gästen. Gut gelaunt klatschen die mit bei Titeln, die jeder kennt und die vom Chor „Gospel After Eight“ gerade vorgetragen werden. Bei „I Will Follow Him“ singen schon viele mit, bei „Oh Happy Day“ noch mehr.

Gegen 20.30 Uhr steht mit den „German Silver Singers“ der Top-Act auf der Bühne, laut Programm „Deutschlands berühmtester Ü60 Chor“. Lauter fröhliche Menschen in bunter Kleidung sind es – von Kleiderordnung keine Spur. Mit „For The Love Of Music“ stellt der Chor schon seine Entertainment-Qualitäten hervor. Und dass es auch für die Sänger um den Spaß geht. Die warten dann auch noch mit Soli auf. So interpretiert Giselle den Titel „Merci Cheri“ von Udo Jürgens mit einer Stimme, die viel Lebenserfahrung in sich trägt.

Am Ende der Chortag-Premiere sind sich Akteure und Zuhörer ganz offensichtlich einig: Die Erweiterung des Festivals ist eine gelungene Sache.